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Februar 2017 - coolibri Oberhausen, Duisburg, Mülheim

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C O O L I B R I L O K A

C O O L I B R I L O K A L O B E R H A U S E N Urbane Träume Foto: JFEhlfarben Dass Oberhausens Innenstadt weder Schönheitswettbewerbe gewinnt noch ein Konsumzentrum ist, kann man nicht leugnen. Doch Winfried Baar von der Kunstinitiative Ruhr weiß, dass es gerade Leerstand und blanke Fassaden sind, aus denen eine neue Art von Urbanität wachsen kann. Dünger für dieses frische Leben im Stadtbild bringt die Kunstinitiative Ruhr mit ihrer Bauzaungalerie. Herr Baar, was hat es mit der Freiluft-Galerie am Bauzaun auf sich? Die Galerie findet sich an einem Baustellenzaun am Oberhausener Altmarkt, wo 2018 das neue Jobcenter seine Türen öffnen soll. Entstanden ist die Idee im Dialog von Kulturbüro, Team City Oberhausen und uns, der Kunstinitiative Ruhr. Darin ging es darum, dieses schöne Altstadtherz Oberhausens vor dem hässlichen Bauzaun zu retten, der dort schon seit einem Jahr steht. So was zieht nämlich Wild-Kleber und Wild-Sprayer an, die diese Fläche verunstalten und für immer mehr optische Umweltverschmutzung sorgen. Das wollten wir verhindern und haben gesagt. Machen wir doch eine Galerie daraus! Was für Werke finden sich denn in der Bauzaungalerie? Die 25 Werke stammen von Künstlern aus unserem Verein und Netzwerk, also aus Oberhausen und Umgebung und beschäftigen sich alle mit dem Motto „Gartenträume in der Zukunftsstadt Oberhausen“. Das rührt von der Idee her, dass auf dem Dach des neuen Jobcenters ein Gewächshaus als Gemeinschaftsgarten entstehen soll, in dem Bürger dann eigene Tomaten anbauen können und so weiter – Stichwort Urban Gardening. Die Werke decken ein breites Spektrum der Stilmittel ab, es ist eine bunte Mischung, die Gärten, Städte und Ideen der Zukunft zeigen. 20 Was ist denn die Zukunft der Stadt? Die Innenstadt ist schon lange keine Einkaufsstadt mehr, die Konsumtempel sind nach außen abgewandert und kommen nicht zurück, hier herrscht Leerstand wie in vielen Städten. Oberhausen ist auch schon lange keine Industriestadt mehr. Der Trend geht wieder zurück zur Wohnstadt. Deshalb wollen die City Manager auch umgestalten und aufwerten. Es ist ein Versuch, eine neue Art von Urbanität zu schaffen. Und die Galerie am Bauzaun fördert diesen Effekt? Eindeutig. Sie verhindert auf kurze Sicht, erst mal für zwei Jahre, einen hässlichen Platz und wertet den Ort auf. Dann weckt sie aber auch generell das Kunstinteresse. Viele Passanten bleiben stehen und gucken, wundern sich – so etwas hat hier noch keiner gesehen. So wird das vorhandene Potenzial offenbart. Wie geht es mit der Bauzaungalerie weiter? Und was kommt danach? Wenn das Gebäude fertiggestellt ist und die Bilder abgehangen werden, sollen sie versteigert werden. Das halten die bis dahin auch aus, sie hängen hinter wetterfesten Kunststoffplatten und ich habe die Erfahrung gemacht, dass wenn etwas Schönes da ist, das auch respektiert und in Ruhe gelassen wird. Bis es soweit ist, stehen aber auch noch andere Projekte an, zum Beispiel wollen Innenhöfe und öffentliche Toilettenanlagen verschönert werden. Letztere wollen wir mit bedruckten Bannern verkleiden, auf denen Gemälde verstorbener und oft vergessener Oberhausener Künstler abgebildet werden sollen. Das könnte man auf weitere Spots in der Stadt ausweiten, sobald dafür Geld da ist. Das wäre dann quasi eine stadtweite Galerie. Lukas Vering

C O O L I B R I L O K A L D U I S B U R G Foto: Universität Duisburg-Essen Forscher der Unis Duisburg-Essen und Köln starten großes Projekt Erste deutschlandweite Studie Was bewegt deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund zu ihrem Kreuzchen bei der Bundestagswahl? Diese Frage ist erstmals Thema einer großen Studie. Prof. Dr. Achim Goerres von der Universität Duisburg- Essen und Dr. Dennis C. Spies von der Universität Köln untersuchen in einem aktuellen Projekt, welche Faktoren wichtig für das Wahlverhalten von russischen Aussiedlern und eingebürgerten Türken, als den beiden größten Migrantengruppen in Deutschland, sind. „Wir wissen nicht, ob zusätzliche Faktoren für das Wahlverhalten dieser Gruppe ausschlaggebend sind und ob etablierte politische Theorien zu dem Thema vielleicht angepasst werden sollten“, sagt Dr. Sabrina Mayer, Projektleiterin der Migrantenwahlstudie. Bislang werden nur gängige Faktoren wie Alter, Geschlecht und Beruf erhoben. Valide Daten über den Einfluss von Migration auf das Wahlverhalten gibt es kaum. „Dabei sprechen wir hier von rund neun Millionen Wahlberechtigten“, so Mayer. Und diese seien zum Teil aufgrund ihrer Herkunft anders politisch sozialisiert. Dass so eine Studie noch nicht durchgeführt wurde, hat einen einfachen Grund: „Es ist teuer“, so Mayer. Dennoch haben sich die Wissenschaftler mit ihrem Projekt an die Deutsche Forschungsgemeinschaft gewandt und eine Finanzierung von 730 000 Euro erhalten, festgelegt bis Ende 2019. Die Studie selbst ist erst in ihrer Anfangsphase. Zur Zeit werden noch Teilnehmer aus der Duisburger Umgebung für Gruppendiskussionen gesucht, die im Januar und Februar laufen sollen. Befragt werden dabei Menschen, die die deutsche Staatsbürgerschaft haben und in Russland (oder in der ehemaligen Sowjetunion) geboren wurden, oder mindestens ein Elternteil haben, das entweder in der Türkei oder Russland/Sowjetunion geboren worden ist. „Darin wird es zum Beispiel um die generelle Frage gehen, welche politischen Fragen die Teilnehmer bewegen“, so Dr.SabrinaMayer Meyer. Die Ergebnisse der Interviews sollen bis Ende März ausgewertet sein. Die repräsentative, deutschlandweite Umfrage erfolgt nach der Bundestagswahl im Herbst parallel zur offiziellen Nachwahlumfrage, um direkt die Daten vergleichen zu können. „Richtig spannend wird es dann im Januar 2018, wenn wir diese Daten erhalten“, sagt Dr. Sabrina Mayer. Irmine Estermann Foto: Irmine eStermann Infos zu den etwa zweistündigen Gruppendiskussionen gibt es unter: migrantenwahlstudie@uni-due.de oder Tel.: 0203-3793609 21

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