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Dezember 2021 - coolibri

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KUNST Kraftwerk,

KUNST Kraftwerk, DerKatalog–12345678, Roboter, 3D Konzert; K20, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf2013 Foto: Peter Boettcher Unter Strom AkustischeVeranstaltungengehören zumfesten Repertoire des Museums Kunstpalast in Düsseldorf. Jetztzeigt dasHausseine erstegroße Ausstellung zum Thema „Musik“. „Electro. VonKraftwerk bisTechno“ erkundet dieGeschichte elektronischer Musikund ihrerVerbindungen zurKunst. Konzipiertist dieSchau als kollektiverErlebnisraum, der das Publikumtiefindie Materieeintauchen lässt. Es isteineDeutschlandpremiere:Nochnie zuvorhat sich hierzulande ein Museum derart umfassenddem Sujet elektronischer Musikgewidmet. Dassessichdabei um dasMuseumKunstpalast handelt, istnur konsequent.Zum einenrealisiertdas Haus miteigenem Konzertsaalregelmäßig Musikveranstaltungen,zum anderenist derStandortDüsseldorfmit den Elektro-Pionieren Kraftwerkverknüpft.Ihr Kling-Klang-Studio,Clubs wie dasCreamcheese,der Ratinger Hof, aber auch dieKunstakademie undder Salon desAmateurs warenund sind noch immerwichtigeImpulsgeber. „Electro.Von Kraftwerkbis Techno“ist eine Ausstellung desMusée de la Musique –Philharmonie de Paris undlief bereitsmit großem Erfolg in der französischen Hauptstadt sowie in London.Vom 9.12.21bis 15.5.22 gastiertdie SchauinDüsseldorf, wofür sieumden Schwerpunkt Kraftwerk erweitertwurde.Dem Mensch-Maschine-Projektwirdunter anderemmit Plattencovern, Fotos, Lichtskulpturenund Roboterfigurengehuldigt.Die Adaption erfolgte in enger Zusammenarbeitmit Kraftwerk-MitgründerRalf Hütter. DievielschichtigeAusstellungspanntden Bogenvon denAnfängenelektronischerMusik bisheute.Neue Technologien befeuerten bereits zu Beginndes 20.Jahrhundertsdie Entstehung einerzeitgenössischen Musik. 1919 wurde mitdem Theremin daserste berührungsloszuspielende elektronischeInstrumenterfunden. Präsentiertwerdenneben Instrumenten undselbstgebautenKlangerzeugern auch Audioformate, Soundinstallationen, Fotografien, Videosund Grafikdesign.„Wirbeleuchten dieGeschichteund Wechselbeziehung von elektronischer Musikund Kunst“,erklärtFelix Krämer,Generaldirektor des Kunstpalasts.Diese Zusammenschauganzunterschiedlicher Künsteist 40 in demHausein Novum. Akustisch wievisuell sind dieverschiedenen StrömungenelektronischerMusik erlebbar,etwaDetroit Techno, Chicago House, Hiphopder 80eroderdie Rave-Kulturder 90er Jahre.Insgesamt sind mehr als500 teils interaktiveExponatezusehen,darunterviele seltenodernochnie gezeigte Werke. Jean-MichelJarre hateigensfür dieSchau ein„imaginäresStudio“ aus seiner privatenSynthesizer-Sammlungkonstruiert;Andreas Gursky zeigt seinen Fotozyklus„Mayday“sowie eine Arbeit aus derSerie „Cocoon“ zum gleichnamigenTechno-Clubvon Sven Väth.Weitere in derAusstellungvertreteneKünstler:innen sind 1024 Architecture,Agnes Dahan, Laurent Garnier,Jacob Khrist, MouseonMars,TinaPaul, BrunoPeinado,Soundwalk Collective,MarieStaggat-Bazille,Karlheinz Stockhausen,Tiggy Thorn, Gisèle Vienneund SashaWaltz. „,Electro. VonKraftwerk bisTechno‘ist keineAusstellung über Musik, sondern vielmehr eine musikalischeAusstellung“, sagt Co-Kurator Jean-Yves Leloup. DemPublikum werdeeineimmersive Erfahrungermöglicht, von derStimmungher vergleichbar mitdem gemeinschaftlichen Rausch,wie ihn durchtanzte RavesoderClubnächteerzeugen. An dieser Stelle seiauf einEvent verwiesen, daswegenCoronabereits zweimalverschoben wurde undnun im Frühjahr stattfindensoll: Kraftwerkgehen aufTourund spielen am 14.5.22ihr einziges Deutschlandkonzert aufder HofgartenwieseinBonn. bk Electro. VonKraftwerk bisTechno, Museum KunstpalastDüsseldorf, 9.12.21–15.5.22, kunstpalast.de

KUNST Brücke und Blauer Reiter in Wuppertal: Zusammenwirken und ErnstLudwigKirchner: Frauen aufder Straße,um1914, Öl aufLeinwand, 126x90 cm Foto: Von der Heydt-Museum Wuppertal Konkurrenz DasVon der Heydt-Museum in Wuppertalzeigt bisEndeFebruar 2022 hochrangige Arbeiten des deutschen Expressionismusvon 1905-1914. Dabei liegtder Fokusauf denKünstler:innen der Künstlervereinigung „Brücke“ und jenen im Umfeld von„DerBlaue Reiter“. Anfangdes 20.JahrhundertsvollziehtsichinDeutschland einkünstlerisch-intellektueller Aufbruch im Zeichendes Expressionismus.Mit dem EinsatzungemischterFarben,holzschnittartigerMotiveund markanten Formelementenwendete sich derExpressionismus gegendie Bürgerlichkeitder Wilhelminischen Epoche undgegendie „Genussästhetik“ desImpressionismus undJugendstils.DieserWunschnachVeränderung fand zwarnie Ausdruck in einemManifest, eine beliebte literarischeGattung verschiedenerAvantgardeströmungen, er wirdaberindem Programm der DresdnerKünstlergruppe„Brücke“deutlich,das ErnstLudwigKirchner 1906 in einemHolzschnitt verarbeitete.Die ersteZeile lautet:„Mitdem Glauben an Entwicklung, an eine neue Generation derSchaffenden wieder Geniessendenrufen wir alleJugendzusammen.“Auch dieAusstellungsundPublikationstätigkeitder MalerWassily Kandinskyund FranzMarc, dieunter demNamen „Der BlaueReiter“ bekanntist,steht fürden Drang nach Veränderung.Sie entstand 1911 aus derAblehnung derNeuen KünstlervereinigungMünchen–vonKandinsky selbst noch 1909 gegründet –, dienun zu streng undtraditionellgeworden war.Ineiner kurzenPhase erfolgtenzweiAusstellungen unddie Veröffentlichungdes gleichnamigenAlmanachs. DieListe derKünstler:innen im Umfeld von „Brücke“ in Dresdenund „Blauer Reiter“inMünchenliest sich heutzutage wiedas Who’swho desdeutschen Expressionismus,wodurch siemittlerweilesynonym für dieseKunstrichtung stehen. Das Vonder Heydt-Museum in Wuppertalbringt dieKünstler:innen von „Brücke“ und„DerBlaue Reiter“ineiner Ausstellung zusammen undlädt zum Vergleichein.Dafür wurdenWerke aus derumfassendenSammlung desVon derHeydt-Museums erstmals mitden bedeutendenBeständen desBuchheim MuseumsBernried am StarnbergerSee undder KunstsammlungenChemnitz zusammengeführt.Ergänzt wirddiese Zusammenarbeitdurch wichtige Werkevon nationalen undinternationalen Leihgeber:innen. Im Dialog von„Brücke“-Künstler:innen wieErnst LudwigKirchner, Emil NoldeoderMax Pechsteinmit Mariannevon Werefkin, WassilyKandinsky oder Paul Klee für den„Blauen Reiter“werdendie schlagendenformalen Korrespondenzen wieauch ihre gemeinsamenBezugspunkteakzentuiert. Dazu gehörenunter anderemdie Auseinandersetzungmit Impressionismus undJugendstil, mitFauvismus,Kubismus undFuturismus oder mit prägendenVorbildernwie Cézanne, Gauguinund vanGogh. Gleichzeitig werden auch teilserheblicheKontraste undKonflikte deutlich,die zwischenden Vertreter:innen von„Brücke“und „Blauem Reiter“bestanden. DieAusstellungfokussiertauf dieKernzeitdes Expressionismus von 1905 bis1914–vonder Gründung der„Brücke“1905bis zumBeginn des ErstenWeltkriegs 1914.Wurde die„Brücke“bereits im Mai1913von den übrigenMitgliederninBerlin aufgelöst, endete dieTätigkeitvon „Der Blaue Reiter“mit Kriegsbeginn,der bekanntlichdie folgenschwereZäsur über dasKulturelleund Künstlerische hinaus markierte. sr Brücke und BlauerReiter, Vonder Heydt-Museum Wuppertal, bis27.2.22, von-der-heydt-museum.de 41

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