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Dezember 2019 - coolibri Dortmund

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MUSIK K Ö L N

MUSIK K Ö L N Deine„Mittelfinger WorkoutTour“ stehtanund das neue Album„Love, Weed &Mittelfinger“ istgeradeerschienen. Weroderwas hataktuell einenMittelfinger verdient? Vieles! Ichglaube, dieLeute sind gerade in einerrichtigen Mittelfinger-Stimmung. Immer jüngereGenerationenbeteiligen sich an Demonstrationenund machenden Mund aufgegen das, wasihnen nichtpasst.Ich denke, dieseHaltung istaktuellallgemeiner Konsens. Aber:Ein verantwortungsvoller Umgang mitdem Mittelfingerist wichtig! (lacht) Erste Singles wurden vorabüber dieSocialMedia-Plattformengeteilt und fleißigkommentiert: Nimmst Du DirKritikzuHerzen? Ichbefasse mich natürlich damitund betreueall meineKanäleselbst. Da setztman sich ja automatischdamitauseinander;etwamit KommentarenzumeinemangeblichneuenSound.Natürlichgibtesneue Einflüsse, melodische Klänge,aberich habeschon immergemacht,was ichmöchte undsehedakeinenUnterschied zu meiner Arbeitvon vorein,zweiJahren. 24 GelebterAnti-Personenkult:Um sich ihren Hörern unvoreingenommen präsentieren zu können, verbirgt die Rapperin Antifuchsihr Gesichthintereiner Maske. Ohnehin stehen vielmehrihreTexte im Mittelpunkt –das verdeutlichtsie mitdem zweitenAlbum „Love, Weed & Mittelfinger“, aufder anstehendenTour sowieimGespräch mit RobertTargan. Im „Rap-Game“ etablieren Antifuchs Foto: Janick ZEbrowski Ichwollteamletzten Albumanknüpfenund mich gleichzeitig weiterentwickeln. Wiemeisterst Du denn denSpagatzwischen Underdog-Statusund Major- Deal? Wenn manauf härtere SongsoderBattle-Rapsetzt,werfen dirdie Leute Egozentrik undfehlendeThemenvor.Versuchtman sich hingegenanneuen Dingen, hatman sich laut Kritik zu stark verändert.Dukannst es nie allenrecht machen.Ich ziehedaher einfachmeinDingdurch,fühle mich damitamwohlstenund sage mir gerade beikritischenTönen: ‚Naund,ich machtrotzdemgeile Scheiße!‘ Dein Debüt„Stola“ hatDichauf diedeutscheRap-Landkarte gesetzt– wofürsolldas kommende Albumsorgen? Dassich mich festigen undim‚Rap-Game‘ etablieren kann.Ich will mich aber auch als Musikerin beweisen undhabedaher meineganze Vielschichtigkeitindas Album gepackt. Das war einkompletterFindungsprozess.Ich konnte mich da ganz ohne Scheu vor‚gut gemeinten’ Ratschlägenals Künstlerin durchsetzen... …und schaustzudem über denGenre-Tellerrandhinaus, etwa beider Zusammenarbeit mitCallejon. Waskann denn Rapvon Metalcorelernen? Alter, dieAttitude! Ichdurftedie Jungsjaals Supportauf Tour begleiten undwussteüberhauptnicht,was mich da erwartet. Ich, dieRapperin,als ‚Fremdkörper’ in dieserMetal-Welt!Und dann gab es da Abende mit Moshpits undCrowdsurfern–es zählteabsolut derMomentund nichtdas Genre.Mir wurde viel Respektentgegengebracht,niemand hatdagehated. Auf denKonzerten herrschte eine unglaublicheEnergie. Dabei hätteesimAlter von 11 Jahren in eine ganz andere Richtung gehen können… Ja,dahinginmeinemZimmer nebenPostern vonEminem auch Britney Spears (lacht). Es hättetatsächlich in beideRichtungengehen können! Auch wenn es dann doch dieHip-Hop-Welt geworden ist, höreich heute genausogerne souligeoderpoppige Stücke.OderLimpBizkit, damals. Beim Musikgeschmack habeich mirnie Grenzengesetzt. Wiesteht es denn um Grenzen und Hürden fürFrauenimRap? Das istjaaktuell einTrendthema, dass Frauen im deutschsprachigenRap über Jahrzehnte unterrepräsentiertwarenund sich nunmehrund mehr durchbeißen. Dashat viel mitLabel-Strukturenzutun,die sich dahingehend endlichöffnen. Noch letztesJahr allerdings, beim AStA-Festival in Paderborn, war ichdie einzigeFrauimLine-up.EineQuote empfinde ichda allerdingsals Mitleidsnummer: Buchtdocheinfachmal Frauen,weilihr die gut findet! Weil ihr dieunterstützenwollt! „Dukannstesnie allen recht machen. Ich ziehe daher einfachmeinDing durch.“ Da kommtdann ja auch DeineFuchsmaskeins Spiel... Ichhabeschon immer gerneburschikoseKlamotten oder weiteBaggysgetragen. IcherinneremichanSprüche aus derSchulzeit àla‚Du bist doch so einschönes Mädchen, Du könntest doch einKleid tragen.‘ DieMaske geht ja zurück bisinmeine Battle-Rap-Zeit–eine intuitiveEntscheidung damals.Dasollteesebenummeine Textegehen, undnicht darum, wieich geschminktbin. Wassicherauchfür dieneuePlatte samtanstehender Tour gilt. Ja,ich habesehrlange an derneuenPlattegearbeitetund binrichtig zufriedenmit demErgebnis.Auch dieTour-Vorbereitungen haben unfassbar viel Spaß gemacht, daherfreue ichmichsehr, dass es nunlosgeht! Antifuchs –Mittelfinger WorkoutTour: 7.12., Veedel Club,Köln; coolibri verlost3x2 Karten aufcoolibri.de

MUSIK V ON HIER E S S E N Flash Forward Wenn der Schimmer bröckelt AusWesel brachenFlash Forwardschon 2010 auf, um dieNation mitfrischemAlternative-Rock,mitreißenden Melodienund energetischenLive- Shows wachzurütteln.Sänger Stefan Weigel erzählte LukasVeringimGesprächvom neuenAlbum und wiesodas Lebenrostet. Foto: Patrick Schulze WelcheThemenfindensichauf eueremneuenAlbum „GoldenRust“? Durch diekomplette Platte ziehtsichdas ThemaSchnelllebigkeit. Es gibt in derGesellschaftaktuell so viel Zeitdruck,dassman letztlich oftdas Gefühlhat,eigentlich für garnichtsrichtig Zeit zu haben.Das Albumentstandineiner Zeit,inder wir aufzweiTourengleichzeitigwarenund die Ruhephasen für Studioaufnahmengenutzthaben.Wir arbeitenund studieren nebenbei auch noch. Zeit für Familie, Freunde,Beziehung oder sich selbst bleibt da aufder Strecke. Dasnagte sehr an mirund ichhabeviel mitmir gehadert,obdas alles noch so richtigläuft. Wasist denn dertitelgebendegoldene Rost? Mankann dasals Metapherverstehen: Das Leben, waswir leben, istsehr schön,esist wieein Schimmer.Dochdurch dieSchnelleund denZeitdruck fängt dieser Schimmer an zu bröckeln,zurosten. Dieses schöne Lebenist vergänglich. Fürmichist dieAntwort darauf,anseinenTräumen festzuhalten,auch wenn sieinden Hintergrundgeschoben wurdenund mansie mitdem Erwachsenwerdenvergisst.Dennaus diesen Träumen, diesen Ideen, kann mansovielPowerziehen. Ihrmacht schonseit2010zusammen Musik.Was hatsichseitdem verändert,was istgeblieben? Wirsindnachwie vorFreunde,keine Arbeitskollegen, sonderneinekleine Familie. VielVeränderung kamaber2017, als unserdamaligerSängerund Gitarristausstieg. Danachkam einkompletterNeustart, beidem wir uns auch musikalisch sehr verändert haben.Wir arbeitenjetzt professioneller, aber auch kreativerund intuitiver undalles andere als verkopft. Ihrseiddem Pott bisheute treu geblieben. DierichtigeEntscheidung? Wenn manaus demRuhrgebiet kommt,dann istman wieverheiratet mit demPott. Wir sind allekleineDorfkinder, wir mögen es heimisch,die Mentalität, dieAtmosphäre unddie Charaktere. Hart aber herzlich,das passt zu unsund unsererMusik.Und dank derDigitalisierung istheutzutageja auch alles aus derEntfernungmöglich,dafür mussman nichtindie großenStädte. FlashForward:6.12.,Turock, Essen Danke. Dank Ihrer Unterstützung können wirviele schöne und hilfreiche Projekte in unserer Region möglich machen. Inzwischen unterstützen wirmit fast 100.000 € im Jahr Bildung und Ehrenamt. Das Lensing Media Hilfswerk bündelt das soziale Engagementvieler Medien in der Region. Wir tun Gutes etwaimNamen der Ruhr Nachrichten, Lensing Druck oder Coolibri. Helfen Sie mit! lensingmedia.de/hilfswerk 25

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