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Dezember 2016 - coolibri Düsseldorf und Wuppertal

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K U N S T W U P P E R T

K U N S T W U P P E R T A L Edouard Manet: Die Rennbahn von Longchamp, 1867 Foto: The Art Institute of Chicago, IL, USA / Bridgeman Images Der Außenseiter Edouard Manet war nie ein angepasster Künstler und sorgte mit seinen Bildern regelmäßig für Skandale. Das Von der Heydt-Museum in Wuppertal würdigt ihn in einer großen Schau und beleuchtet dabei sein Verhältnis zu Politik und Gesellschaft im Frankreich des 19. Jahrhunderts. Ein Einzelgänger und überaus eigensinnig: Edouard Manet (1832–1883) war ein Meister der Provokation, der Zeit seines Lebens um die Anerkennung als Künstler kämpfte. Immer wieder wurden seine Bilder vom Pariser Salon zur Ausstellung abgewiesen. Mit Werken wie „Frühstück im Grünen“ oder „Olympia“ löste er öffentliche Skandale aus, da sie gegen die zeitgenössischen Prinzipien der Aktmalerei verstießen, Nacktheit nur in Verbindung mit dem Göttlichen zu zeigen. 50 Das Wuppertaler Von der Heydt-Museum widmet Edouard Manet eine umfangreiche Ausstellung, die das komplette Œuvre abdeckt, von den Anfängen im Atelier Thomas Coutures bis hin zu den letzten Gartenbildern aus Rueil. 45 Gemälde sind zu sehen, Leihgaben aus Paris, New York, Tokio, Sao Paulo, Budapest, Oslo, Stockholm und Melbourne. Des Weiteren werden Zeichnungen, Aquarelle und Fotos sowie Werke seiner Weggenossen gezeigt. Intensive Anziehungskraft Im Zentrum der Schau steht Manets Weltbild als Künstler, aber auch als Bürger, der im Kaiserreich Napoleon III. für eine demokratische Republik plädierte und mit seiner Kunst die Verhältnisse zu ändern suchte. In elf Kapiteln skizziert die Ausstellung das Leben und Werk Manets: u. a. sein Frühwerk, seine künstlerischen Affronts gegen die Gesellschaft in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, sein Verhältnis zur Fotografie. Ein eigener Raum ist den Seestücken vorbehalten – maritime Motive finden sich vielfach im Werk Manets, der ursprünglich eine Laufbahn bei der Marine anstrebte. Auch die spanische Periode des Künstlers wird abgebildet, ebenso seine außergewöhnlichen Porträts, die auf den Betrachter eine intensive Anziehungskraft ausüben. Zum besseren Verständnis der Person Manets und seiner Arbeit hat das Museum ergänzend Werke seiner Zeitgenossen beigestellt: Im Dialog mit der damaligen künstlerischen Avantgarde Frankreichs entsteht so das Bild eines herausragenden Malers, der seiner Zeit weit voraus war. bk Edouard Manet: bis 25.2.2018, Von der Heydt- Museum, Wuppertal; stadt.wuppertal.de

K U N S T K U N S T H A L L E Open End Was genau in der dritten Schau zum 50-jährigen Bestehen der Kunsthalle gezeigt wird, wissen selbst die Kuratoren nicht. Studierende und Lehrende dreier Hochschulen sind eingeladen, im Archiv zu forschen und das Thema Akademie zu bearbeiten. Die Besucher dürfen gerne mitwirken. Zu den legendärsten Formaten der Kunsthalle gehört der Zyklus „between“: Zwischen 1969 und 1973 fanden in den Pausen zwischen den Wechselschauen sieben experimentelle Kurzausstellungen statt, deren Werke größtenteils temporärer Art waren – Performances, Aktionen; für die damalige Zeit ein revolutionäres Konzept. Die laufende Ausstellung „AKADEMIE [Arbeitstitel]“ folgt einem ähnlichen Muster und ist als „Work in Progress“ angelegt. Noch bis zum 7. Februar 2018 wird die Kunsthalle von Studierenden und Lehrenden der Kunstakademien Düsseldorf und Münster sowie der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) bespielt. Zentrales Thema ist das Archiv, dessen Rolle kritisch hinterfragt werden soll: Welche Funktion hat es für den künstlerischen Schaffensprozess? Was findet Eingang ins Archiv und was nicht? Und wer entscheidet das? Wie geht man mit dem historischen Erbe um? Sophie Isabell Urban: Everybody was here Zur Beantwortung dieser und anderer Fragen sondieren die Akteure das Archivmaterial der Kunsthalle und erschaffen neue Arbeiten. Insgesamt 100 Projekte sind anberaumt – Installationen, Performances, Konzerte, Malerei, Theater, Workshops und Vorträge. Was wann und wo im Einzelnen passiert, wird wöchentlich via Facebook kommuniziert. Zum experimentellen Charakter der Schau, auf den der Begriff „Arbeitstitel“ verweist, gehört, dass ihre Werke nur bedingt planbar sind, die Entstehungsprozesse selbst sind Teil der Präsentation. Für die Besucher bedeutet dies, immer wieder mit anderen Settings konfrontiert zu werden und die Kunstschaffenden bei der Arbeit beobachten zu können. Aber das Publikum darf nicht nur schauen, sondern gerne auch diskutieren, sich einmischen und eigene Ideen beisteuern – und somit aktiv an der Geschichte der Kunsthalle mitschreiben. Eine ergänzende Ausstellung zum gleichen Thema, aber mit einem anderen Konzept, ist parallel im KIT zu sehen. Dort gilt die Aufmerksamkeit der Kunstakademie. bk; AKADEMIE [Arbeitstitel]: bis 7.2.2018, Kunsthalle Düsseldorf; kunsthalleduesseldorf.de Foto: Sophie Isabell Urban RAUM FÜR ERLEBNISSE 17.11.17 Isabel Varell Lesung „Mittlere Reife“ 04.12.17 Entartete Kunst – Der Fall Cornelius Gurlitt 07.11.17 3. Philharm. Konzert Bergische Symphoniker 23.12.17 Frühstück bei Tiffany von Truman Capote 11. + 12.11.17 30. Solinger Tanzfest 31.12.17 Silvester Special Geschwister Pfister Fotos: Colin Heydenreich, Barbara Braun - drama-berlin.de, Andreas Deus, Maik Reishaus, Martin Büttner, Edith Held Vorverkaufsstellen: Bürgerbüros Solingen + Theater- und Konzertkasse, 0212 - 20 48 20 und alle eventim-VVK-Stellen · Online-Tickets: www.theater-solingen.de www.theater-solingen.de · /KulturmanagementSG Mit freundlicher Unterstützung: print@home

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