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NACHHALTIGKEIT Wie grün

NACHHALTIGKEIT Wie grün ist dein Campus? Foto: RUB, Marq: uard Universitätensinddie Orte,andenen die Ideen der Zukunfterdacht,ausgetüftelt undgeboren werden. Gerade rund ums Thema Nachhaltigkeitglühen hier dieHirneinjüngster Zeit vermehrtauf.Doch sind die Unis an sich auch nachhaltig? Wiesteht es um Energieverbrauch,Müllproduktion, Klimaschutz undCo? UniversitätDuisburg-Essen DieUDE setztsichmit verschiedenenProjekten für Nachhaltigkeitein,viele davonmit studentischemHintergrund undetlicheumgesetzt durchdas engagierteGebäudemanagement.Ein Beispiel:Die Erkenntnisseaus einerBachelorarbeit zumThema Gründächerwurdendirekt in dieTat umgesetztund zu sanierende Dachflächen mitgrüner Bepflanzungausgestattet. Jüngst wurdeein Mehrwegbecher-Pfandsystem vonStudis an derUni eingeführt,welches sich auch aufden EssenerStadtteil Rüttenscheid ausgeweitet hat. Auch lobenswertist einuniinternes Vermittlungsportal fürMöbel,Geräteund Materialien sowieder Ausbau derRadfahrinfrastruktur mitunter anderemReparatursäulen und geplantenRadboxen. Aktuellauch in derUmsetzung befindet sich einerweitertes Verbrauchszählerkonzept, welcheshelfen soll,ungünstige Energieverbräucheschnell zu erkennenund ihnengegenzusteuern.Die Ergebnisse sollen auch visualisiert werden,umUDE-Anhängern zu zeigen,welches Nutzerverhaltensichwie auf dieEnergiebilanz derUni auswirkt. Zudemfindetsichander UDEdie schon vonder BundesregierungausgezeichneteKlimaschutzinitiative„LOCO2L HEROES“,die sich dasZielgesetzthat,Studierende undLehrendefür Themenwie Klimawandelund CO2-Reduzierungetwa mitThemenwochen, WG-Workshops unddiversen Kampagnenzusensibilisieren. DasHeiz- undKühlkraftwerk an derTU Foto: Oliver Schaper TU Dortmund DieTUDortmundengagiert sich miteiner breitenPalette an Maßnahmen füreinen nachhaltigenUmgangmit Ressourcen.ImBereich Energietrumpft dieTUmit einemeigenen Blockheizkraftwerk auf, welches etwa 40 Prozentdes Stromverbrauchsund circa50Prozent desWärmebedarfsder Universität aufeffizienteund umweltfreundlicheWeise deckt.Zum Energiesparenwurdenoptimale Steuerungen vonKlimaanlagen undGebäudebeleuchtungumgesetzt, in Neubautenarbeitetman mitBewegungsmeldern,Wärmerückgewinnungsanlagen undsmarten Fenstersteuerungen zurBe- und Entlüftung. Umden universitärenPostversand grünzumachensetzt dieTUauf denGoGreen- Service derPost–dadurch werden CO²-Emissionen durch dieUnterstützungvon Klimaschutzprojektenkompensiert.IhrenPapierverbrauch reguliert dieDortmunderUni seit einigenJahren durch unteranderem dieDigitalisierungvon Verwaltungsverfahren undoptimierteDruckereinstellungen,sowie denvermehrtenEinsatz vonRecyclingpapier.Ein weiterer guterSchritt istdie schon2003eingerichtete Regenwasserversickerungsanlagevor demGeisteswissenschaftenbunker an derEmil-Figge-Straße 50, durch dieRegennicht als Schmutzwasser gen Kanalisationwandern sonderndurch denBoden insGrundwasser sickert. Auch in derLehre ist Nachhaltigkeitein wichtigesThema,wirddoch zu ressourceneffizienterProduktion, Energieeffizienz, Elektromobilität,nachhaltigerRaumentwicklungund nachhaltigemBauen geforscht. 8 Wintersemester2019/20

NACHHALTIGKEIT Ruhr-UniversitätBochum DieRuhr UniBochumwechselte im Jahr 2017 komplett aufÖkostrom. Derganze Campus wird seitdemdurch Energieaus Wasserkraftelektrifiziert, während dieDienstwagenflotte durch Elektroautos aufgestocktwurde.Inder Testphase befindensichauch E-Scooterfür kurzeStrecken über denCampus. ZudemwerdenWärmerückgewinnungund Dachbegrünung vorangetriebenund dank desProjektsCampusGardeningimSommer2019auch Beetemittenauf demCampusgebaut, dievon Studis bepflanzt undbeackertwerdenkönnen. Mehr nutzbare Grünflächen sollen folgen.Der Campusgarten istein Projektdes Nachhaltigkeitsforums der RUB, welchesfach- undfakultätsübergreifend Akteure derUni zum Themaverbindet. Auch in Forschungund Lehredreht sich an derRUB viel um Nachhaltigkeit, wassichauch in denstudentischen Start-upsniederschlägt,die im Unikontextentstehen.Etwadas Start-up „Natur- Bar“,welches sich für nachhaltigenKonsum, vor allem verpackungsfreies Einkaufen, einsetzt. Aufdem EssenerCampusder UDE HochschuleRuhr West Dierecht junge Hochschule Ruhr West mit StandorteninBottrop undMülheim glänzt mit modernen Gebäuden,die beim Bauvor gutzehn Jahren schon vieleklimafreundliche Aspekte berücksichtigten.Auf denDächern in Bottrop findensichdrumPhotovoltaikanlagen,Wärme entsteht durch Abwasser,gekühlt wirddurch Betonkernkühlsysteme.Auf demDachder Mülheimer Mensa stehteineSolaranlagezur Warmwassergewinnung, dieFernwärmewirdvon einemumweltschonendenBlockheizkraftwerk bezogen.Das Heißgetränk derWahlkommt übrigens in Bechernaus Maisstärke. Generell wird an derHRW viel zu denThemenEnergiewende undKlimakrisegeforscht,gelehrt undauch fächer-und disziplinübergreifendgedacht.Daraus entstehenetlichePraxis-und ForschungsprojekterundumNachhaltigkeit, etwa dasstudentische Ingenieurbüro, welchessichdauerhaft für eine ständigbessere CO2-Bilanz derHochschule einsetzt, aber auch Projekte mitglobaler Relevanzverwirklicht, wieein Wasserfiltersystem. Lokale Aktionen der Hochschule beinhalten zumBeispieldas ehrenamtlicheProjekt „Wandern für Wasser“des Studiengangs„Energie- undWassermanagement“, beidem mitMülheimerSchülern Spendenfür dasKinderhilfswerkGlobal Care erwandert wurden. Das neuste Projekt„Prosperkolleg“der HRWdreht sich um zirkuläresWirtschaften, alsoeinerohstoffbewusste Wirtschaft,in derProduktenicht weggeworfen,sondern mehrfach verwendetoderrecyceltwerden. Dafür sollen regionaleUnternehmen undStart-ups eingebundenwerden. Universität Witten/Herdecke DieUni Witten/Herdecke setztaufs Rad: Der nächsteNeubau, derunter möglichstnachhaltigenKriterien geplantund gebaut wird,bekommt 400neue undüberdachteFahrradstellplätze über zwei Stöcke,indenen etwa Mitarbeiter ihre Uni-unterstützten Leasing-Räderabstellenkönnen.Mit Stromversorgtwirdnicht nurdieserNeubaudurch Photovoltaikanlagen aufden Dächernder Uni, insgesamt speisen sich 60 Prozentder campusweit verwendeten Energieaus erneuerbarenEnergiequellen.InSachen Ernährungagiertdie UWHvorbildlich: Nichtnur,dassdie Speiseninder Cafeteriabioregional eingekauft werden undetliche vegane Optionen beinhalten, neuerdings wird auch selberangebaut: Beim neuenKurs „Landwirtschaft“ im Studiumfundamentalegehtesfür Studis aufn Acker. DieErträgekönnen freitags in derCafeteimGemüsenetz erworben werden. EinweitererBildungsacker direkt am Campus istaktuell genausoinPlanung wieeineWeiterentwicklungder Cafeterianachnachhaltigen Gesichtpunken,bei denenauch Klimaund Energiezählen. Fürnachhaltige Entwicklungsetzen sich auch dieStudis derUWH in etlichen Initiativenein,etwadem Verein oikos. Organisiert werdenWorkshops, Vorträge,Kleidertauschpartys undeinmal jährlich eine Wocheder Nachhaltigkeit. FüreineVerbesserungdes ökologischen Fußabdrucksder Uniengagiert sich derweildas studentischgeführteInitiativ-Labor.Auch die Fakultät fürWirtschaftswissenschaft arbeitet am Themamit demZentrum für NachhaltigeUnternehmensführung,welches Führungskräfte fürs Themasensibilisiert –und am 10.12. einen Klimatag ausrufen wird, beidem Unternehmen undStudis gemeinsamüberKlimagerechtigkeit lernen.Studentische Gründungen in Witten beinhalteneinen Unverpackt-Laden undseitAugust einenfairenModeshop. LukasVering Foto: UDE /Klaus Lemke Ideen ausaller Welt Universitäten aufder ganzen Weltarbeitendaran,nachhaltiger und umweltfreundlicher zu werden.ManchedieserIdeen könntensichheimische Unis gerne abschauen. In Dänemark hatdie Universitätvon KopenhagenSolarzellen installiert, mitdenen sieihre eigene Energieerzeugt.Überschüssige Energie wirdunter derErdegespeichert. Das GreenMountain CollegeinVermont (USA) beteiligt sich am „Cow Power“-Programm. Bei diesem Programm wird Energieaus derVerbrennung vonKuhmistgewonnen. DiekanadischeUniversityofNorthernBritish Columbia unterstützt lokaleLebensmittelproduzenten undbieteteinen wöchentlichen Bauernmarkt,auf demWarenvon Eiernbis Eiscreme angebotenwerden. NeuseelandsUniversityofCanterburybesitzt eigeneGemeinschaftsgärten in denenStudentenihreeigenen Bio-Produkteanbauen können. DieUniversität Lausanneinder Schweizunterstützteinen naheliegendenBauernhof unddie Nachbargemeinde, in demsie ihre LebensmittelabfälleamHof entsorgt.Dortwirddann organischesDüngemittel undBiogasbrennstoff zur Stromversorgungaus demMüll gewonnen. Mitdem Verkaufvon Papierabfällen an einRecyclingunternehmenfinanziertdie Universität von Peru Stipendien für Schüler, dieein niedriges Einkommensniveauhaben. An derUniversitätvon Oslo können Mitarbeiter wieStudenten kostenlosLadestationen für Elektroautos verwenden. DietraditionsreicheUniversity of Oxford (UK) bietet zinsfreieKredite an,mit denenStudis undMitarbeiter Fahrräder kaufen können. Das DickinsonCollege im US-Bundesstaat PennsylvaniagewinntStrom aus einereigenen Biokraftstoffanlageund durchdas Recyceln von Speiseöl.Außerdemist jedesGebäude miteigenemKomposthaufen ausgestattet. DieUniversity of CentralLancashire(UK)hält durch einEnergyBoard fest,wie viel Wasser undStrom jedesGebäude aufdem Campus verbraucht. So wirddeutlich,welchen Einfluss jede einzelne Handlungauf dieUmwelthat. DieWageningenUniversiteit konnte schon 2015 verkünden, klimaneutral zu sein:Eswurde mehr CO2kompensiert als ausgeschüttet.Wow! Wintersemester2019/20

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