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coolibri CAMPUS No 10

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DIGITAL DETOX in zwei

DIGITAL DETOX in zwei Hälftenteilen, da binich mir in meinemhalluzinatorischen Entzugszustand ziemlich sicher,würdendaraus zwei blinkende Smartphoneswerden, diemichfortan plagen. Tag7,17:15 Uhr Eigentlich wollte ichnur dasWetterchecken,dochjetzt steckeich schon wieder zehn Scroll-MetertiefimInsta-Feed.Verdammt.Genau so läuft’s: Manentsperrt dasHandy,lässt sich voneiner Push-Nachrichtdazuverleiten,irgendeineandereApp zu öffnen undverliertsogleichden Faden. Undstecktman dasHandy nachein paar Minutenwiederweg,hat mankeine Ahnung,obdie Sonneheute noch scheint. Tag8,8:00 Uhr HeutigeAufgabe: Vermehrt darauf achten, wann undwieso ichgeistesabwesend das Handyzücke undlosscrolle. Daraus Vorgehensweisen ableiten.Dann:umsetzen! Tag8,20:00 Uhr Resümee: Kaum eine Situationist davorsicher,nicht zu einerSmartphone-Situation zu werden.Michselberzukontrollieren,scheint wenigzubringen, da derGriffzum Handy wie automatisch passiert.Als wäre es einImpuls undich einTier, dass sich nichtbeherrschen kann.Härtere Geschütze müssen in Zukunft ran: Ab jetztbleibtdas Smartphone dort,woich nichtsofortigenZugriff habe. Tag10, 16:00 Uhr Ichmache mich gut.Die Taktik geht so weit auf. Tag12, 14:00 Uhr Auch wenn diealten Reflexe immer malwieder anspringen, habeich mich mitein bisschen (viel)Disziplin inzwischen dazu trainiert, den Impulsen nichtnachzugeben.Vermissen tueich wenig. Im Gegenteil: Ichmerke,dassesmir ganz gut tut. Malnicht beiInsta über Leuteaufregen, mitdenen icheigentlich seit Jahren nichts mehr zu tunhabeund derenLeben mich eigentlich Null interessiert.Mal nichtschlagartigesFernweh über blanken Neidbis hin zu fiesen Gedanken erleiden,wennandere ihrenUrlaub öffentlich dokumentieren. Anstattdessen freue ichmichschon darauf,mir vonden Erlebnissen erzählen zu lassen.Soimrichtigen Leben, visa-vis oder sowas,und mitechterFreudedarüber, dass andere schöneDinge erleben. 22 Tag13, 7:30 Uhr Kurztrip nachAmsterdam –ein gemeiner Stolperstein.Das Smartphone braucheich quasiununterbrochen,umBahnverbindungen zu checken,Routenzuplanen, mitdem Airbnb-Vermieterzukommunizieren,Tickets vorzuzeigen … undzwischendurchpassiertdas Posten wievon allein. Dafür kann ichohneschlechtes Gewissendie Messengerdiensteignorierenund habe auch wederZeitnochInteresse,mir Social-Media-Feeds reinzuziehen.Generellist dasSmartphoneimUrlaub mehr Werk-als Spielzeug. Wer sich richtigschwermit demDigitalentzug tut, sollte seineDetoxkurvielleichtimUrlaub starten: Abseitsvom Alltag istesvieleinfacher, Abstandvon derMaschinezugewinnen. Tag14, 15:25 Uhr Lief eigentlich alles ganz gut,aberauf derlangweiligenBusfahrtzurück(aufder es auch noch WLAN gibt)erliege ichdem (digitalen) Tier in mir:Wie einSchwein scrolleich mich drei StundenlangdurchsNetz, jederFeed wirdabgegrast, jede Appangeschmissen.Kann mansich ja malgönnen,sageich mir. Alsich aus demBus steige, fühleich mich schlecht. Und beschließe, dasExperimentnicht zu beenden. Im Gegenteil: Ab jetztwerde ichdauerhaft versuchen,meinen Digitalkonsumzureduzieren. Fazit: Anscheinendbrauche ichkeinDigital Detox, sondern eine DigitalRehab. Durch dieses Enthaltsamkeitsexperimentist mir schmerzlichbewusstgeworden,wie abhängigich mich von meinem Smartphone unddem Internet gemacht habe. Um es aufden Kopf zu benennen: Es isteineSucht.Ein Alltagohne(oder zumindest mitweniger)ist durchaus machbar,dafür Foto: Lukas Vering bräuchte es nurden Willenund dasDurchhaltevermögen.Aberwie jede Suchtkrankheit,brichtauch diesegenau jene Charakterstärken,umgehtsie mitperfidemFlüstern,mit Rechtfertigungenund Schönredereien, bisman in einerganzeigenen Logik lebt,inder daseigeneVerhalten trotzbesserenWissens als okay empfundenwird. Eine Sacheaberist anders,als beianderen Süchten: DieSucht nach demwww istheutzutage fast unausweichlich. Dermoderne Alltagverlangtvon seinen modernen MenscheneineständigeVernetztheit undErreichbarkeit.Mails,Messenger,SMS,Telefon –wer sich davonabschneidet,giltals defunktional. EinenAnfangkann aber jeder machen: nichts wieweg vonSocialMedia. Vorallem dasfastautomatischeFüllen jederSekundeLeerzeitoderLangeweilemit demletztlich sinnfreienBlick in denInstaoder Facebook-Feed, kann jederreduzieren. DerEffektist befreiend. LukasVering Tipps fürdeine Digitalentschlackung: 1) Armbanduhr:Wer jedesMal für denUhrzeitcheck aufs Handy schaut,läuftdabei stetsGefahr,sichablenken undmitreißenzulassen. Auch Wecker helfen,dennwer sich nichtvom Smartphone aus demSchlafholt, mussweder vordem Zubettgehennochkurznachdem Aufstehen schon wieder dasHandy vorden Augen haben. 2) Push-Nachrichten: ausmachen! Gleiches gilt für alle anderenvisuellen oder auditiven Signale,die so einSmartphonevon sich gebenkann, um unsere Aufmerksamkeitzuabonnieren. Auch gut: Tagsüber aufFlugmodus stellen, bis manwirklich Zeit hat, um sich einmal am Tag mitMessenger-Nachrichten undseinensozialen Medien zu beschäftigen. 3) Wegdamit: Hatman dasSmartphone nicht ständiggriffbereit,etwainderHosentasche,ist manautomatisch seltener versucht,esindie Hände zu bringen. Zudemkann manzuhause handyfreieRäumebestimmen,etwaSchlafundEsszimmer. 4) Digitale Unterstützung: Apps wieSpace oder OfftimekönnenNutzungsverhaltentracken und regulieren. Füreinedisplaylose Alternative empfehlensich(ganz klassisch) Zettel und Stift. 5) Langzeitstudie:Einmal proJahr fasten bedingteinekurzweilige Entschlackung,wer gesund lebenwill,mussseinKonsumverhalten aber dauerhaftverändern.Das giltauch fürdie Smartphonesucht.

FakultätArchitektur und Bauingenieurwesen DMB STUDIEREN IM DORTMUNDER MODELLBAUWESEN UND STÄDTEBAU B1ARCHITEKTUR 1BACHELOR/MASTER B2 BAUINGENIEURWESEN BACHELOR/MASTER ‚Architekt & Ingenieur‘ IMMOBILIEN- BAUMANAGEMENT MASTER B3 INTEGRALE GEBÄUDETECHNIK B4 VERTIEFUNG MASTER neu. Follow us

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