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MUSIK VON H IER Keinen

MUSIK VON H IER Keinen Bock auf Rangkämpfe Drei Jahrewar es still um deninGelsenkirchen geborenen und aufgewachsenen Rapper Weekend. Nun stürmt er mit seinem vierten Album „Lightwolf“und selbst gegründetem Label zurück aufdie Bildfläche. Wasman darauf überMännerbilder lernt, wieerheuteüber Gelsenkirchen denktund warum er gerne einPferd wäre,verriet der Rapper LukasVering im Gespräch. Ehrtstets seinepöttischenWurzeln:Weekend Foto: Sven Wiegand Es warjetzt langestill um dich –was hast du in denletztendreiJahren getrieben? Das war eine sehr intensiveZeitfür mich.Ich habeerstmal beschlossen, dass ichunbedingt wieder meinem Jobals Sozialarbeiter nachgehen muss, um irgendwieneuenInput zu bekommen.Dann binich 2018 Vater geworden undhabemir viel Zeit dafür genommen.Und im letztenJahrwar ichsehrintensivimStudio mitmeinerneuen Platte „Lightwolf“ beschäftigt. In „0209“ nennst du deineHeimatstadtGelsenkirchen ein wunderschönesScheißloch, in „Lightwolf“erzählstdu, wie einemfrüherander falschen Ecke am Bahnhof das Handygezockt wurde.Wie siehst du dieStadt heute? Ichliebe Gelsenkirchen! Nichtauf diesepatriotischeArt,woman seine Heimat undderen Bewohner über alles andere stellt. Aber ichhab in dieserStadt einfachsoeinekrasseJugendineinem außergewöhnlichen Umfeld gehabtund verbinde so viel mitdieserStadt,dassich siemanchmal schon fast idealisiere.Seitich nichtmehrdortwohne,mag ichsogar den Hauptbahnhof.Auch nüchternbetrachtet,passiertinGEinder Jugend-, Kunst- undKultur-Szeneinden letztenJahren totalviel. Es fühlt sich irgendwienachAufschwungan. Auch wenn Armutund sozialeUngerechtigkeit hier natürlichnachwie vorsehrpräsente Themen sind. In „Boxen“(und aufdem ganzen Album) zeigst du dich nichtals derim Hip-Hop oftübliche aggressiveMacho-Mann,sondern alsverletzbar,introspektivund reflektiert. Wasfür Reaktionen gibt es fürdiese Artvon Klischeebruch? Alsobislang binich tatsächlichechtüberrascht, wiepositiv dasaufgenommen wird. Ichhabeschon gewisse Dinge offengelegt, dieich früher in „Privatbin ich natürlichein Erdmännchen.“ meiner Rapper-Rolle eher kaschieren wollte. Ichbin einbisschenstolz, dass meineHörerdamitgehenund dasals Stärke sehenkönnen. Warumist das Auseinandernehmenvon Männlichkeitsbildern wichtigfür dich? Als Vatereiner Tochterwünsche ichmir,dasssie nichteine Gesellschaft vorfindet, in derihr Geschlecht schon automatischmit Schwäche undUnterwürfigkeitverbunden wird. Aber auch unabhängigdavon,kam ichinsoMacho-Männer- Situationenirgendwienie klar undfandsosexistischesGerede unterJungs immer superunangenehm. In denmeisten Gruppen, diesofunktionieren,herrschtauch immer einkrasser Kampf zwischen deneinzelnen JungsoderMännern, diesichgegenseitigkeine Schwäche zeigen wollen undsichdauernd selbst auf- unddie anderen Mitgliederabwertenmüssen. Dadurch sind dieFreundschaftenoft oberflächlich unddie Stimmungist totalanstrengend. Zwischen „Lightwolf“,„13 Krokodile“ und„Bojack Horseman“–welches Tier wärst du gerne? Krass, ichhab voll dasTier-Album geschrieben,ohneeszumerken.Als Rapper findich denHorsemann garnicht so schlecht. Irgendwiebin ich nichtander Spitze derNahrungskette, aber bintrotzdemkraftvoll undeigensinnig. Mirfehlt aber einbisschendie schlagfertige,zynischeKomponente. Aber dasBildmag ich trotzdem.Privatbin ichnatürlich einErdmännchen. Ichsehelustigaus,unterhaltedie Leuteummich herumgerne undwie geil sindeigentlich Tunnel? Lightwolf: 11.9.20 20

MUSIK V ON HIER Foto: Hass Hass –Machkaputt, waslängst kaputtist „KeinTag,ohnedasssichdie Frage stellt, wersinddie Guten, werdie Schurken derWelt“ –soeröffnet die PunkbandHassnach40Jahren Bandbestehen ihr elftes Album.Die Band aus Recklinghausen undMarl istalsoimmer noch politisch, immer noch kritisch,immer noch hasserfüllt. Wobeijaschon seit demErstwerk gilt: „Hassalleine genügtnicht mehr“. So wirdauch auf„Mach kaputt, waslängstkaputtist“nicht einfachnur wahllosrumgedisst,sondern mit feinemSchnitt zersägt,was zersägt gehört. Manhöre aufSongtitel wie „DeinPelzmacht dich zumMiststück“ oder „Zum Scheißenzudoof“ (damitsindübrigensAfD-Wählergemeint). Fürdie neuenThemengibt’szudemauch malwiedereinen neuenSängerimoft routierendenBandkader: Marv Mandelaübernimmt neuerdings dasMikro. lv VÖ:25.9.20 Eisbrecher Schicksalsmelodien AufSchicksalsmelodien runderneuernEisbrecher 14 altbekannte Songs andererKünstler. Schicksalhafte Stücke–unteranderem vonden Ärzten, oder RioReiser–dieGenerationen geprägt haben.Eisbrechertransformieren sieinihrentypischen Klangkosmos.Die ersteSingle„Skandalim Sperrbezirk“ im Original vonder SpiderMurphyGang(1981)veröffentlicht,verliertdabei nichts vonihrem augenzwinkernden Humor, bekommtabermehrTiefeund zeitgemäße Konturen. Mitihrem neuenAlbum perfektioniert diedeutscheGothic-/Industrial-/Rock-/Metal-FormationSpagataus monumentalen Vorlagen undeigenenTrademarks –und überbrückt dieZeitbis zum nächstenStudioalbum, dasimFrühjahr 2021 erscheinen soll.Bei derverschobenen Tour gastiert dieTruppeam25.7.21 aufdem KölnerAmphi Festival undam5.11.21 im Bochumer RuhrCongress. (VÖ: 23.10.2020) Advertorial Foto: Pottgod Pottgod –Famos „FetterRockaus demHerzendes Ruhrpotts“ verspricht dieEssener Band Pottgod. Das Konzept: Manwill authentischund ungekünsteltsein, wieder Pott eben ist. DerPlangeht auf: diesechs Tracks derneuenPlatte „Famos“sindgeerdeteRockbretter, ohne viel Schnickschnack. Den Soundkann manunmodernfinden, mankann ihn aber auch zeitlosund schnellzugänglich nennen.Sagen wa ma so:Wat is verkehrt an fetten Gitarrenriffs,brummelndemBassund krachigemSchlagzeug? Ebend: nix! Undfür dieVerwöhntengibt’sjaauch malnschickes Saitensolo zwischendrin. Inhaltlich wirbelndie deutschen TexteumMenschenund Beziehungen, wasnicht immer besonderseinfallsreichgelingt,man hörtaberauch zeitkritische Ideen, diemehrSubstanzversprechen. lv VÖ:24.6.20 01.10.2020 „Liebe, Sex und Allah – Das unterdrückte erotische Erbe der Muslime“ Lesung und Gespräch mit dem Islamwissenschaftler Ali Ghandour Eintritt: 12,00 € •19.30 Uhr 08.10.2020 „Kein Sturm, nur Wetter“ Lesung und Gespräch mit der Autorin Judith Kuckart Eintritt: 12,00 € •19.30 Uhr 27.10.2020 GRAVUREN IN DER ZEIT Ein Gespräch über das Buch „Die blitzenden Waffen –Über die Macht der Form“ von Robert Pfaller Gesprächspartner: Marcus Minten und Thomas Holtbernd Eintritt: 8,00 € •19.30 Uhr 29.10.2020 „Toleranz: einfach schwer“ Lesung und Gespräch mit dem Bundespräsidenten a.D. Joachim Gauck Eintritt: 15,00 € •19.30 Uhr Karten-VVK: MEDIENFORUM DES BISTUMS ESSEN Zwölfling 14 ·45127 Essen ·Tel. 0201/2204-274 E-Mail: medienforum@bistum-essen.de ·Fax -272 COOLIBRISINCE 1983 DASSZENE-&KULTUR-MAGAZIN AUSSTELLUNGEN ADVERTORIAL Foto: Deathweight Deathweight–HeretoNow Im Ruhrpott tummelnsichviele Musikstile,dochbesonders Varianten desMetals fühlen sich hier heimisch. Passtjaauch irgendwiezur Geschichte derRegion. Deathweight ausCastrop-Rauxelführendiese Tradition seit 2018 weiter.Musikalisch inspiriertist dieMetalcore-Truppe vonGenrekollegenwie Parkway Drive oder Architects.Heißt im Klartext: Hier wirdgeshoutetund geschreddert,aberauch Stimmungaufgebaut undAtmosphäregeschaffen.Mit drei GitarrenimLine-up darf mansich über eine Metalllawineaus Riffsfreuen. Mitder im Juni erschieneneEP „HeretoNow“will dieBandlauteigener AussagealleStilelementedes modernen undmassenkompatiblen Metalcores ziehen.Mit saftigem Tempo, massigDruck undordentlichem Facettenreichtum erreicht dasCastroper Quintett dieseMission. lv VÖ: 26.6.20 21

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