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August 2018 - coolibri Bochum

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THEMA B O C H U M Wasden

THEMA B O C H U M Wasden einen an Karneval erinnert ist fürden anderenmehrals nur ein Hobby: Cosplay. Deraus der internationalen Comic und Gamingszene stammende Trendfindetauchin Deutschland immermehrbegeisterte Anhänger. AufConventionswie der Gamescom (22.-25. August) kann man die detailreichenKostüme in Aktion bestaunen. DiesesJahr sollessogar eineeigeneHalle für Cosplayer aller Artgeben.Mit dem Craftingspace bringenMiriamJurkait(31)und Jacqueline Mückl(26)den Kostümund Verkleidungstrendnach Bochum. Die beiden Cousinen sind seitlängeremFansdes Trends;seitAnfangdes Jahresmöchtendie beiden ihrHobby mitanderen teilen.Carla Kaspari hat mitMiriamund Jacqueline überihr Projekt gesprochen. JaquelineMückl(l.) undMiriamJurkait bauenihrecosplay-Kostüme selbst Fotos (2): Craftingspace Self-made-Kriegerinnen Wieseidihr zumCosplay gekommen und welche Faszination stecktfür euch dahinter? Jacqueline: Ichbin vorungefährvierJahrendazu gekommen,selbstanzufangen.Davor habeich mich aber auch schon fürCosplay interessiert, einfachweilich WorldofWarcraft spiele undgedacht habe: Sowaswillst du auch malnachbauen.Ich habedann angefangen mich zu informieren, es hataberzweiJahre gedauert,bis ichmichgetraut habe, selbst einKostüm zu bauen. FürmeinerstesKostüm hab ichmichdann direkt an eine kompletteRüstung vonobenbis untengesetzt undsofingesan. Miriam: Ichbin durch Jackydrangekommen.Zur RPC2015[Rollenspiel undFantasy MesseKöln,Anm.Red.] hatsie mich gefragt, ob ichmitkommenmöchteund ichhab ja gesagt.Wir haben unsdann eingemeinsames Cosplay überlegt,das passen könnte, daswarendamals zwei Charaktere aus Sailor Moon.Sobin ichdas ersteMal damitinBerührung gekommen. 20 Wiesohabtihr denCraftingspace gegründet? M: Wir machen das, weil unsbei demHobby dasArbeitenamKostüm,und auch dasgemeinsameArbeitenamKostüm am meistenSpaßgemacht hat. UnserHauptinteresseliegt nichtdarin,sichimfertigenKostüm irgendwo hinzustellenund sich fotografierenzulassen. Füruns istder Kernaspektdas „craften“, wieman es in derSzene nennt. J: Oder für vieleandere, diemeinen, sieverkörpern denCharakter oder spielen denCharakter nach,das istgar nichtunbedingt das, waswir machen.Uns geht es nichtdarum,auf Messen dieRolle desKostümsauszuleben, sondernwir wollen unsmit anderenaustauschen,die auch Rüstungenoderandere aufwendige Sachen bauen. WirkaufenunsereKostüme auch nicht, es macht einfachSpaß, so etwaszubauen undherzustellen. Beieuch stehtalsodas Kostüm im Mittelpunkt undvon da aushat sich allesandereentwickelt? M: Ja,auch vonder gemeinsamenTätigkeit. Denn auch in derCosplay Szene passiert –wie es heutzutageebenist –vielonlineund virtuell,da gibt’sdiesesBeisammensein nichtmehrsoviel. Wieentstehtdann so einKostüm?Wie aufwendigist dieMaterialbeschaffung? J: Hier in Deutschlandist es tatsächlich ziemlich einfach, an Materialien zu kommen.EsgibteinigeHersteller, diespezielldafür Material herstellen. Das sind sogenannte Thermoplasten, also Materialien,die sich durchHitze aktivieren unddann verformbar sind.Früherwurde es für Schuhsohlen benutzt. Teilweisewirddas auch schonimLARP-Bereich[Live Action Roleplaying, Anm. Red.]verwendet. An dasMaterialkommt manwirklichgut, daskann manimInternetbestellen. Wielange brauchtdann dieHerstellung?Wie viel Zeit verbringt ihrinsgesamtmit Cosplay? J: Daskommt draufan. Mankann schon sagen, diereine Bearbeitungszeit für einkomplettesKostüm beträgt ungefährzweiWochen. Es kommt aber draufan, wasdumachst.

THEMA M: Fürden Craftingspaceopfernwir am Tagungefährdreibis fünfStunden, wenn mandas aufdie Woche hochrechnetkann manalsosagen,wir sind beieinem Teilzeitjobvon 15 bis20Stunden. Wenn einKostüm fertig ist, wieund wo trägt manesdann? J: Hauptsächlich trägt manesdann aufbestimmten Messen.Esgibtdann sowas wiedie Role Play Convention dieDoKomiinDüsseldorfoderauch dieGamescom, wo wir sind auch dieses Jahr wieder gemeinsammit einemCosplay unterwegssind. DieMessezieht seit vielen Jahrenviele Cosplayeranund seit einigenJahrengibtessogar eineneigenen Bereichfür diese. Dort treffensichNeulingeund eingefleischte Gaming-Cosplayer. Ansonstentrifftman sich auch malzuFotoshootings,jetzt gerade im Sommerwirddas gernegemacht,zum Beispiel im japanischenGarten. Privat läuftman nichtwirklich im Kostüm rum(lacht). Und fürdie Bilder,die dortentstehen,gibteseineeigeneCommunity? J: Genau,esgibtGruppen beiFacebook, in denenman seineWerke und Fotosteilt. M: Fast jederCosplayerhat eine eigene Social-Media-Präsenz–Facebook, Instagram, Twitter-aufder er oder siesichvorstellt, dasist sehr verbreitet online. Wiesteht ihrzuder erotischenKomponentedes Cosplays? J: Naja,wir wissen alle: Sex sells.Und es gibteben Jungsund Mädels,die dann gerneSachenanbieten, die etwasfreizügiger sind.Das störtmichabernicht,weil dieLeute,die dasanbieten, nichtdieselbeFanbasehaben, diewir als Rüstungsbauerhaben.Essindeben andere Leute. M: Es gibt füralles einen Markt. Es gibt in dieRichtung durchaus auch ästhetische Bilder (lacht). StichwortMädelsund Jungs, wieist das Verhältnis beim Cosplay? J: In Deutschlandsindes tatsächlich mehr Frauen,in MehrereMonateArbeitstecken in demSchurkinnen-Setaus aus demSpiel WorldofWarcraft. Russland,Amerika, Japanist dasVerhältnis eher 50:50. Ichwürde sagen in denletzten anderthalb Jahrensindviele Männer dazu gekommen,aber es dauert hier in Deutschlandauch einbisschenlänger, dieanderen Ländersinddaschon weiter. Wiesehen eure weiteren Pläneaus? M: Am 29.7 wird im Atelier vonku.bo in derAntoniusstraße14inBochum unserneuesFormat,der „CraftingDay“stattfinden. Es handeltsichdabei um einenTag zumgemeinsamen Craftenmit anderenCosplayern. Jeder Teilnehmer bringt sein eigenes Projektund auch diebenötigtenWerkzeuge/Materialien mit. Im Vordergrundstehender Austausch untereinander, diegegenseitige Unterstützungund dasArbeitenameigenen Cosplay-Projekt. Mehr Infosunter „craftingspace“ aufinstagram undfacebook 21

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