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August 2017 - coolibri Hamm, Unna, Hagen

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HAMM, UNNA HAGEN L Ü N

HAMM, UNNA HAGEN L Ü N E N Müllberge sollen künftig in Lünen die Ausnahme sein. Andreas Brinck hat mit Gleichgesinnten das Netzwerk Sauberes Lünen gegründet. Gemeinsam möchten sie Vorbild sein und dem Müll den Kampf ansagen. Die konkreten Pläne hat der Lüner im Gespräch mit Dominique Schroller erläutert. Foto: Fololia/ monticellllo Ab in die Tonne Wo wünschen Sie sich Lünen sauberer? An ganz vielen Stellen. Es gibt einige Bereiche, wo sich viele Menschen aufhalten, aber wenig Mülleimer vorhanden sind. Ein Beispiel ist das Gelände am Kanal, wo eine Menge Spaziergänger und Hundebesitzer unterwegs sind. Da die Stadt derzeit keine neuen Papierkörbe aufstellt, möchten wir die vorhandenen mit Sprüchen bekleben. Das gibt es in anderen Städten auch, und wir erhoffen uns damit eine höhere Aufmerksamkeit. Außerdem möchten wir gegen wilde Müllkippen und die allgemeine Achtlosigkeit vorgehen, mal eben die Brötchentüte oder das Kaugummipapier fallen zu lassen. Um möglichst früh aufzuklären, planen wir eine Zusammenarbeit mit den Schulen. Wie ist Ihre Initiative entstanden? Die Gruppe hat sich gegründet, weil es mich geärgert hat, dass viele Leute den Dreck einfach nur fotografieren und sich in den sozialen Netzwerken darüber aufregen. Damit multiplizieren sie nur das Problem, unternehmen aber nichts 20 dagegen. Es regen sich alle auf, doch die alte Couch in Altlünen steht immer noch da. Das wollte ich ändern. Wie möchten Sie ein Umdenken erreichen? Wir wollen zunächst eine Vorbildfunktion übernehmen und zeigen, dass es sich lohnt, etwas für mehr Sauberkeit zu tun. Wir möchten dadurch ein anderes Bewusstsein bei denjenigen schaffen, die achtlos sind. Es geht darum, ganz bewusst Verantwortung für das eigene Viertel zu übernehmen. Denn wenn die Stadtverwaltung sich um alles allein kümmern muss, erhöhen sich langfristig für alle Bürger die Gebühren. Wie haben Sie Unterstützer gefunden? Über die sozialen Medien. Wir haben eine Gruppe im Internet gegründet, gezielt Leute eingeladen und Kontakte zu anderen Lüner Initiativen geknüpft. Inzwischen haben wir uns auch schon mehrmals persönlich getroffen, um die nächsten Schritte abzustimmen. Was planen Sie konkret? Wir möchten die sozialen Medien nutzen, um positive Beispiele zu geben und uns in den Stadtteilen zu organisieren. Wenn jemand eine wilde Müllkippe meldet und dafür sorgt, dass sie beseitigt wird, ist das konstruktiver, als ein Foto ins Netz zu stellen, über das sich alle ärgern. Das Ganze lebt natürlich vom Engagement der Leute. Welche langfristigen Ziele verfolgen Sie? Es geht darum, eine andere Einstellung zu Müll und zur Umwelt zu erreichen und die Gruppe selbst damit überflüssig zu machen. Wie gehen Sie selbst mit Müll um? Mir ist wichtig, so wenig wie möglich zu produzieren. Zwischendurch bemühe ich mich, mal zwei Wochen lang keine Kunststoffabfälle zu verursachen. Das ist in der Praxis gerade mit einer Familie sehr schwierig, aber es ist eine gute Übung. Wenn jeder bewusster mit dem Thema umgeht, dann verändert sich auch etwas.

HAMM, UNNA, HAGEN M E N D E N Noch ist das Herrenhaus eingerüstet. Museum für Drahtzieher Noch hämmern und klopfen die Handwerker hinter der Fachwerkfassade von Gut Rödinghausen. Sie sanieren das denkmalgeschützte Herrenhaus, damit dort künftig Mendens Industrie-Historie lebendig werden kann. „Anhand der vielen Objekte, die wir zusammengetragen haben, möchten wir die Geschichten erzählen, die sich darum ranken“, sagt Museumsleiterin Jutta Törnig-Struck. Stoff gibt es genug. Er ist reich an Skandalen von Spionage bis Steuerhinterziehung. Zu einer der schillernsten Figuren zählt Bernhard Adolf von Dücker. Der findige Adelige entführte 1721 den Drahtzieher Bomnüter aus dem feindlichen Altena an die Hönne, um ihm die Geheimnisse seines Handwerks zu entlocken. Doch das ließ sich der Magistrat von Altena nicht bieten und fiel bei Nacht und Nebel mit seinen Schergen ein. Sie zerstörten den Drahtzug und ließen den verräterischen Bomnüter im Verlies verrotten. Foto: Stadt Menden (Sauerland) 1. -3.September 2017 DŸSE •ESBEN AND THE WITCH •LOVE MACHINE TELEMARK •HER NAME ISCALLA •IVORY CLAY TAMI NEILSON •OIRO •KNARF RELLÖM•Fenster SCATTERWOUND •DIE SONNE •FÙGÙ MANGO VERHOEVEN &SERRIES •THE BLACK ATLANTIC JERBOAH •JULIA KADEL TRIO•SOUNDTRIPS NRW ZODIAK TRIO•KRISTOFSCHREUF •GOLD•U.V.M... Hörspiel•Kunst•Performance•Kinderprogramm Autokino•Theater •HaRRYderFrühstücksmob... Duisburg, Dellplatz Und in den umliegenden Cafes, Bars, Kneipen, Clubs, Kirchen, Galerien etc. www.platzhirsch-duisburg.de Doch der Fortschritt ließ sich nicht aufhalten. Die Mendener stiegen in die Seidenproduktion ein. Rund 800 Maulbeerbäume lieferten den Raupen die Nahrung, 80 Webstühle verarbeiteten den feinen Faden. „Als die Produktion nach wenigen Jahrzehnten abwanderte, gab es gut ausgebildete Leute, die an den Drahtflechtmaschinen der Industrie den längsten Zaun der Welt herstellen konnten“, berichtet Jutta Törnig-Struck. Das Geflecht sollte Australiens Farmer vor der Kaninchenplage schützen. Genutzt hat es wenig, die Vierbeiner fanden andere Wege. Die Mendener verfeinerten derweil ihre Technik bis zum hauchdünnen Engelshaar, einem Draht, der mit bloßem Auge nicht sichtbar ist. „Den werden wir auch zeigen, wir müssen uns allerdings noch überlegen wie“, sagt die Museumsleiterin. Sie hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Schätze gesammelt, die in den eigens für Rödinghausen entworfenen Vitrinen richtig zur Geltung kommen sollen. „Professort Jürg Steiner hat uns mit seiner Idee überzeugt, das hölzerne Ständerwerk der Fassade als gläsernes Gefach im Innenraum zu spiegeln und ihm dadurch eine neue Struktur zu geben“, sagt Jutta Törnig-Struck. Sie ist selbst überwältigt von der Vielfalt der Produkte aus Menden, die von der Reißzwecke über Christbaumständer bis zum Nylonstrumpf reichen. „Wir haben historische Musterkataloge mit mehr als 3000 Produkten.“ Sie zeugen vom Erfindergeist der örtlichen Industriellen, deren Perspektive das Museum einnimmt. In einer sprechenden Ahnengalerie sollen sie selbst von ihren Geniestreichen erzählen. Zu Wort kommen soll auch Annette von Droste-Hülshoff, die auf Gut Rödinghausen zu Gast war und ihre Erlebnisse poetisch verarbeitet hat. „Wir planen Lesungen und Musikveranstaltungen, in die wir den Park miteinbeziehen.“ Die Eröffnung ist für Juni 2018 geplant. Am 2. September sind alle Neugierigen zu einem Förderfest rund um das Herrenhaus eingeladen. Dominique Schroller menden.de/lim/kf/ma/gut-roedinghausen 21

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