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August 2017 - coolibri Dortmund

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DORTMUND D O R T M U N D

DORTMUND D O R T M U N D D O R T M U N D Edler Fanartikel: Koi-Karpfen in Schwarz-Gelb Foto: Aquaservices „Ein Anderer“: Dreharbeiten in Bochum Foto: Tossia Corman Fanliebe Deluxe Alles für den Verein, das ist das Motto vieler hartgesottener Fußballfans. Dauerkarte besitzen, Trikot in der Fankurve tragen und die Stadionhymne auswendig mitschmettern können, ist Pflicht. Aber für echte Liebhaber eines Vereins geht es auch außerhalb des Stadions weiter: Bettwäsche in Vereinsfarben, Brotdose mit Logo, Gartenzwerge mit Clubfahne in der Hand. Wir haben uns auf die Suche gemacht. Dass BVB-Fans, laut eigener Aussage, die treusten der Republik sind, ist allgemein bekannt. Dass sie sich gerne offensichtlich und gegebenenfalls auch auf außergewöhnliche Weise zu ihrem Verein bekennen, auch. Zum Beispiel mit einer extra gezüchteten Strauchrose, der „BV Borussia 09“. Die ist mittlerweile nur noch in Belgien zu erwerben, ein ganzer Busch steht dafür im Rosarium des Westfalenparks in Dortmund. 1991 von dänischen Züchtern gezogen, war die Borussen-Rose in gelb-schwarz die erste, die nach einem Sportverein benannt wurde. Fanartikel im Gartenteich Und auch im Gartenteich können Fans seit nicht allzu langer Zeit ihrer Zuneigung zur Borussia Ausdruck verleihen: Die Firma Aquaservices hat Koi Karpfen in Schwarz-Gelb im Sortiment. „Eigentlich heißt diese Sorte „Ki- Utsuri“, was auf japanisch einfach „schwarz-gelb“ bedeutet“, erzählt Matthias Kutzma, Edel-Fisch-Züchter in Neukirchen Vluyn. Genau wie ihre rotweißen Artgenossen sind die etwas selteneren Exemplare in dunkel von Natur aus gemischt gefärbt. Gezüchtet werden müssen sie nicht extra. „Für die Zierfisch-Messe in Dortmund dachten wir, der Name BVB-Koi liegt ziemlich nahe“, berichtet er lachend. Und das Konzept geht auf: Von 80 Tieren sind fast alle verkauft. Auch jetzt, Monate nach besagter Messe, kommen noch immer Fans ins Geschäft bei Krefeld, um den Fanartikel der besonderen Art zu erstehen. Für Nachschub sorgt Kuzma mit seinem Team. Um die 29 Euro kostet so ein Tier, groß werden sie bis zu 19 Zentimeter. Ob auch ein Spieler oder Vereinsvertreter ein solches Prachtexemplar sein eigen nennt, ist nicht überliefert. You‘ll never walk alone Selbst vor dem schönsten Tag im Leben (gemeint ist hier nicht der Tag, an dem Dortmund Meister wird, sondern die Hochzeit) macht das Fan-Sein keinen Halt: Sängerin Randi Dommes erzählt, dass schon die Hymne der Borussen, „You’ll never walk alone“, in einem Traugottesdienst gewünscht wurde. Zum Einzug der Braut. „Beinahe alle Gäste des Brautpaares waren Borussen, viele haben eingestimmt – das war auf jeden Fall ein Gänsehautmoment“, erinnert sie sich. „Der Bräutigam hat auch ein paar Tränen verdrückt. Aber der Text passt ja auch zum Beginn einer Ehe.“ Eine Verbindung für’s Leben halt. Wie echte Fanliebe. Tossia Corman 22 Berlin kann jeder Das Ruhrgebiet ist als Schauplatz beliebt – nicht nur für den Tatort. Die Kontraste zwischen alten Industriekulissen und moderner Architektur einzufangen, reizt viele Regisseure – auch die Absolventen der Hochschule Dortmund. Sie drehen ihre Abschlussarbeit im Pott. Der Bochumer Westpark, Dienstag-Nachmittag: Am Set von „Ein Anderer“ herrscht Siesta-Stimmung. Die Kamera steht still, das Team um Regisseurin Julia Schubeius sitzt beim Essen. Sie besprechen die Lage. Die vier Studierenden der Fachhochschule Dortmund haben sich zusammengetan, um ihre Abschlussarbeit zu drehen. Und zwar im Pott. „Wir studieren hier, die meisten haben ihre Wurzeln in der Gegend. Außerdem ist das Ruhrgebiet als Drehort unterschätzt“, betont Produktionsleiterin Carina Witte. Sie schätzt die herzlich-raue Atmosphäre des Potts. „Berlin, Hamburg, München kann ja jeder.“ Die Schauplätze standen schnell fest: Der erste Block wurde im Dortmunder Norden gedreht („Schon ein berüchtigtes Viertel!“), im zweiten Abschnitt folgt die Bochumer Innenstadt und der Westpark. Hier hat das rund 25 Mitglieder starke Team für zehn Tage die Zelte aufgeschlagen. „Normalerweise realisiert man diese Filme meist zu zweit“, erzählt die 24-Jährige. Doch das sei nicht unbedingt der beste Weg. „Wenn sich Kamera und Regie zusammentun, geht der Ton meist ein bisschen unter, bei Kamera und Ton bleibt dagegen die Regie auf der Strecke.“ Deshalb haben sich die beiden Damen mit Arno August (Sounddesign) und Christoph Gehl (Kamera) für ein gemeinsames Projekt entschieden. Ein Werk in Spielfilmlänge. „Die Abschlussarbeiten sind meist Kurzfilme, darum ist das auch eine besondere Herausforderung an uns alle.“ Nun sind alle überzeugt, dass ihr Streifen ein Erfolg wird. „Der Roman, der dem Drehbuch zugrunde liegt, ist von meiner Schwester“, erzählt Regisseurin Julia Schubeius „Das ist so spannend zu sehen, wie aus den Figuren auf dem Papier lebendige Menschen werden.“ Und die Geschichte hat es in sich: Mila, eine Journalistin, hat mit Depressionen zu kämpfen, vermischt Realität mit Träumen, ist auf dem Weg, sich selbst zu verlieren. „Bei so einem Thema ist es wichtig, sich auch mal abzulenken.“ Das merkt auch Merle Wasmuth, die Mila verkörpert: „Gerade am Anfang war das hart, da ich fast die ganze Zeit alleine vor der Kamera stand. Wenn man dann nach Hause kommt und anfängt, mit sich selber zu reden, das gibt schon zu denken“, erzählt die 29-Jährige, die derzeit fest am Theater Dortmund engagiert ist. In diesem Drehblock ist Ronny Miersch an ihrer Seite. Der 32-Jährige ist Ensemblemitglied des Schauspiels in Bochum. „Ich war von Anfang an vom Drehbuch überzeugt. Meine Rolle bringt, zumindest vordergründig, etwas Leichtigkeit in die Geschichte, das hat mich bei einem solchen Thema sehr gereizt.“ Inzwischen ist die Pause vorbei, am Set kehrt wieder Leben ein. „Ruhe bitte, wir drehen!“ toc

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