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August 2016 - coolibri Ruhrgebiet

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S P O R T Vor

S P O R T Vor zweieinhalb Jahren hat Piet Keusen das erste Mal mit Nils Schomber gesprochen. Damals fuhr der erst 19-jährige Bahnradfahrer aus Kaarst zu seiner ersten Weltmeisterschaft nach Mexiko. Jetzt ist er 22 und eine der deutschen Olympiahoffnungen. Der Bahnrad-Vierer war zuletzt 2004 bei den Olympischen Spielen dabei. Jetzt fährt das Team um Schomber tatsächlich nach Rio. Der Traum von der Medaille könnte also wahr werden. Schomber und Kollegen Foto: Michael Deines Promediafoto Ein Traum wird wahr Herr Schomber, was erwarten Sie von Olympia? Das ist schwer zu beschreiben. Alle, die ich gefragt habe, wie Olympia so ist, konnten mir keine klare Antwort geben. Jeder Sportler hat wohl eine andere Vorstellung und etwas anderes dort erlebt. Aber alle sind begeistert zurückgekommen. Ich lasse mich überraschen. Höhepunkt, das sagen viele, ist das Leben im Olympischen Dorf. Gibt es Sportler, die Sie gerne einmal leibhaftig treffen wollen? Ne, die gibt es eigentlich nicht. Aber das Leben im Dorf muss ganz besonders sein. Ich habe Geschichten gehört, dass zum Beispiel Usain Bolt sich einfach mit an den Tisch setzt und mit anderen Sportlern isst. Das wäre schon klasse. Solche Stars trifft man nicht oft. Auch die Eröffnungsfeier mit dem Einmarsch aller Athleten wirkt immer sehr eindrucksvoll. Da wissen wir leider noch nicht, ob wir wirklich mitlaufen. Wir Sportler wollen schon, unser Trainer ist dagegen. Man steht da nämlich leider fast sechs Stunden herum. Das ist für die Beine nicht gerade förderlich. Deshalb entscheiden wir spontan, ob wir dabei sind. Wie darf man sich denn Ihren Trainingsalltag vor Olympia vorstellen? Ich bin Sportsoldat. Das heißt, ich trainiere so, wie andere Leute zur Arbeit gehen. Morgens um 7.30 Uhr steht Frühsport an, um 9 Uhr beginnt das Training. Da fahre ich schon mal sechs bis sieben Stunden Fahrrad oder trainiere im Kraftraum. 12 Olympia rückt immer näher. Steigt damit auch die Angst, dass Sie sich noch verletzen? Oh ja! Ich gehe in den letzten Monaten viel vorsichtiger durchs Leben. Ich fahre eigentlich gern Moped, das lasse ich aber seit einigen Wochen stehen. Es darf einfach nichts mehr passieren, was meinen Traum gefährdet. Wie verbringen Sie denn dann ihre Freizeit? Ich schraube mit meinem Bruder gern an Oldtimern rum, derzeit basteln wir an einem Alfa V6. Aber auch da passe ich immer auf, dass mir kein Werkzeug auf den Fuß fällt. Hiobsbotschaften kommen auch aus Rio fast jede Woche nach Deutschland. Zika-Virus, Gewalt in der Vorstadt, Staatsbankrott. Wie gehen Sie damit um? Wir Athleten bekommen jeden Tag E-Mails mit Infoblättern, wie wir uns verhalten sollen und was in Rio gerade passiert. Schon bei der WM in Cali in Mexiko vor zwei Jahren hieß es, das sei die gefährlichste Stadt der Welt. Als wir dann dort waren, war es sehr friedlich. Wenn man sich in Rio benimmt wie ein normaler Mensch, dann sollte nichts passieren. Was ist Ihr Ziel für die Olympischen Spiele? Unser Ziel ist Platz fünf. Das spiegelt die Kräfteverhältnisse derzeit wieder und damit wären wir zufrieden. Aber, wenn wir schon mal da sind, dann träumen wir natürlich von mehr. Wenn wir einen guten Tag haben und ein anderes Team einen nicht ganz so guten, dann ist vielleicht auch das kleine Finale drin. Das wäre der Wahnsinn.

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