Events, Trends und Reportagen für die Rhein-Ruhr-Region
Aufrufe
vor 2 Wochen

April 2021 - coolibri

  • Text
  • Pilgerweg
  • Eisner
  • Comic
  • Streaming
  • Filme
  • Musikfestival
  • Selig
  • Garten
  • Bochum
  • Gastronomie
  • Deckert
  • Kultur
  • Musikautorenpreis
  • Duesseldorf
  • Essen
  • Konzerte
  • Wuppertal
  • Bochum
  • Musik
  • Dortmund

MUSIK V ON HIER Foto:

MUSIK V ON HIER Foto: Harriet Meyer Menschenträume und Ententräume InternationalMusic Erfolgreicher, deutscherIndie-Rock muss nichtimmer ausBerlin oder Hamburgkommen. HinterInternational Music verbergen sich Peter, Joel undPedroaus Essen, dienun für ihrenaußergewöhnlichen Stil mitdem DeutschenMusikautorenpreisinder Rubrik „Nachwuchs“belohnt wurden. Christopher Filipecki sprach mit Peterund Joel über das neue Album „Ententraum“. Zunächstmal:HerzlichenGlückwunsch zumgewonnenenMusikautorenpreis! Wiestark habt ihrdas –aufgrund deraktuellen Lage –nicht gefeiert? Wieduschon sagst, wir konntenesjagar nichtrichtig feiern.Erstwurde dieoffiziellePreisverleihung in Berlin verschobenund dann komplett abgesagt.Wir hatten unsecht draufgefreut,sodassdie Absage superschade war.Uns istnochmal bewusstgeworden,dassdas einechttollesErlebnisgewesenwäre–so etwasGroßes, miteinem rotenTeppich undsoeiner Bühne. Stattdessenkonnten wir nurprivatfreuen, wasjaauch gutist… Absolut. DenPreis kann maneuch nichtnehmen. UndEnde Aprilkommteuer zweitesAlbum „Ententraum“! Wieist das füreuchinder aktuellen Situation eine Platte herauszubringen? EinStückweitwäre es natürlichschon anders,wennwir sämtlicheFreiheitenhättenund es keine Einschränkungen gebe.Trotzdemfühltessichabersehrgut an.Esist einfach gut, aktiv zu sein undsichnicht einzuigeln undzusagen, dass manjetzt garnix mehr machtund sich in denewiglangenWinterschlaf verabschiedet. Deswegensindwir froh,dasswir dasjetzt machen können.Statt Konzertenhaben wir eben wasanderes sehr Schönes vor. Wirwollenauch nichtsolange aufdem Material herumsitzen. Stattdessen tutesgut,das entstandeneMaterialloszulassenund eben auch zu veröffentlichen. Hatdenndie Pandemie euer Arbeiten überhaupt groß beeinflusst? Wir habendas Albumletzten Sommer aufgenommen. Da aber so wenig möglich war,hattenwir für denAufnahmeprozess einbisschenmehrZeit. Ansonstenwar aber nichtsovielanders. WirwohnenalleinEssen,die MusikentstehtimProberaum beiuns,deswegenkonnten wiruns auch oft genugsehen. Ihr habtein sehr schickes Albumcover.Könnt ihrmal erzählen,wie das Cover,der Titel„Ententraum“ und dieMusik im Einklang stehen? DerAlbumtitel war sehr früh da undentstandaus demSong„DerTraum derEnte“.Die Kurzfassung„Ententraum“war schnell eine ArtArbeitstitel, unddabei ist’sgeblieben. Wirfandendas zunächst einfachlustig, letztendlichaberauch passend, weil sich sowohl etwasHumoriges als auch etwasPsychedelisches undSurrealistischesdurch dieTexte zieht. Das Coverist eine freieAssoziationsfläche.Ein Apfelist symbolisch aufgeladen. AlsRockliebhaber fühltman sich an dieBeatles erinnertoderandie Banane vonVelvetUnderground, gleichzeitig isterein Zeichenfür den 30 Ententraum,VÖ:23.4. Sündenfall. Das gefälltuns,weilwir unsnicht gernefestlegenund es unterschiedliche Assoziationsfelder gibt. DerLongplayergeht63Minuten und hat17Songs –das istheutzutage außergewöhnlichviel! Wir denken da in erster Liniegar nichtandie Konsumenten, wir denken eher „VielMusik isterstmal gut“.Wer eine Pausebraucht,kann einfachdie Pausentastedrücken.Wir sind da ganz pragmatisch.Wir nehmen aufund gucken,obdas alles aufeinePlatte geht oder nicht. Wenn wir viel Material haben,können wir unsmeist schlecht davonwiedertrennen undnehmen möglichstvielmit. DerSoundinsichist sehr schlüssig. Gibt es überhaupt einzelne Tracks,die füreuchhervorstechen? Das istauch alles in einemRutschentstandenund aufgenommen,somit gibtesnichts, wasirgendwieaus der Zeit fällt. Mankann es alsogut durchhören, eindirektes Konzeptalbum istesallerdingsnicht.Dafür haben wir aber für unseinerecht großeBandbreiteanIntensitäten.Esgibtsehrruhige Stücke wie„Beauty of theBar“oder„LosAngels“,aberauch punkige Sachen wie„SpielBass“.Unser MusikproduzentOlafOpal, dersaugut ist, macht daraus hoffentlich immer einstimmigesGanzes, damitauch jede Facettenachuns klingt. VoneinigenMusikkritiker:innenwurde eure Debütplatte zum„Album des Jahres“gekrönt.Setztsowas unterDruck oder seid ihrdaentspannt? Anscheinendist dasfür Bandsehein Thema, dass das2.Album schwierig zu machenist undwie sich derSound nach dererstenVeröffentlichung verändern wird. Uns hat'sauch beschäftigt,aberwir haben festgestellt, dass mansichdalockermachenmuss. Wirhaben zwar beim ersten Albumeinfachdas genommen,was wir vorher schonhattenund zusammensuchenkonnten undnun haben wir aufein konkretes Album hingearbeitet,aberman sollte sich davonnicht beeinflussenlassen, ob dieneue Platte mehr Hörerfindetodernicht.ImSound hatsichvielleichtwas verändert.„Ententraum“ist etwasopulenter oder direkter.Man hörtweniger denProberaum als beim Debüt, es istalsovielleichtaneinigenStellen „amtlicher“oderaufwendiger produziert. Ihr kommtaus Essen –sindInternational MusicRuhrpott? Wirkönnten überall Musik machenund sind inhaltlich nichtandie Gegend gebunden. Aber natürlich beeinflussenuns Leuteprivatund beruflichund auch dasArbeitsumfeldRuhrgebiet,das dann indirektimmer miteinfließt.

MUSIK V ON HIER Sounds of New Soma –Trip 43 MinutenMusik –und lediglichnur einTrack.Der kommt dann auch noch komplett instrumental aus. Sounds of NewSomaaus Krefeld, bestehend aus AlexanderDjelassiund Dirk Raupach, wagengenau dieses Experimentund nennen es „Trip“.Vinylfreund:innen haben zwar denNachteil, dass sieungefährauf derHälfteeinmal diePlattedrehenmüssen, alleanderenkönnendas Klangerlebnisaberineinem Rutsch durchhören. „Trip“ istverträumt,sphärisch,dicht undkonsequent.Wer denkt,dassbei einemderartigenNamen plötzlich alle Synapsen durchknallen,liegt falsch. Stattdessen hatdas dreiviertelstündigeErlebnismal elektronischePassagen, dieein wenigan90s-Songs erinnern, aufder anderenSeite aber fesselnde Dream-Pop-Elementeund einenHauch Avantgarde. Eine stimmige Untermalung fürs Yoga oder eine entspannende Traumreise aufder Couch ganz ohne Katerdanach. VÖ: 16.4. Harald Köster Quartett –Non Solo Wieder Titelbereits vermuten lässt, istauf derneusten Veröffentlichung vonHaraldKösterder Dortmunder Pianistnicht allein unterwegs. Stattdessen tummelnsichgleichdreiweitere,abernicht wenigertalentierte Musikerumihn herum, dieseine Klaviertöneumein Akkordeon(Miroslaw Tybora), eine Posaune(Achim Hartmann) undeinen E-Bass (JörnBrackelsberg) erweitern. Daserstimletzten Jahr zusammengefundene Quartett präsentiertauf „Non Solo“fasteineStunde lang stil- undanspruchsvolle Loungemusik, dieJazzfansinnerhalb vonwenigen Minuten zu begeistern wissensollte. So erscheinen durch dieneuenInstrumentierungen diebereits längerkomponiertenTitel vonKösterimneuenLicht. Aufgenommenwurde dieLPannur einemTag im Dortmunder Subtone Studio undbereitetdamitbeimHören einauthentisches Livefeelingohne unnötigesBeigemische. VÖ: 26.3. Tom Blankenberg –et Als seiesnicht schon ruhigund still genuginZeitenvon Corona,liefertder Düsseldorfer TomBlankenberg mitseinemAlbum „et“ neun Songs, dienur durch intime Klaviertöneund einpaarSoundspielereien lebenund auch gehäuft Pausen beinhalten. Genaudas macht dasKlangerlebnis aber besondershervorragend. Fast schon meditativgleiten diemal harmonischen, malleichtatonalenTöneins Ohrund erzeugen hell erleuchtete Landschaften im Kopf.Der 50-jährige Pianistlieferteinen wohltuenden Soundtrack fürEntschleunigung,Besinnung, Konzentrationund Achtsamkeit.Das istsosimpelwie komplexzugleichund vorallen Dingenziemlich gut.Auch wenn dasVerlangen nach Ausgehen,lauterund knalligerAtmosphäreimmer mehr ansteigt, sind die43Minuten von„et“ hörenswert undschmeicheln sich zielstrebig insOhr undunter dieHaut. VÖ: 16.4. Minck –Einsame Inseln „Einsame Inseln“ vonMincklöstein kleinesFlashbackgefühlaus.Zurück in dieZeit, als Bandswie Tomteund Kettcardie deutscheIndie-Rock-Szene aufmischten. Oliver Minckaus Köln,den manauch vonseinenBands Wolkeund DieSonne kennen könnte, geht in ähnliche Richtungen undbeschreibtAlltagssituationen,die dem:dereinen oder anderenbekanntvorkommen sollten, sodass seinegezeichnetenInselnwahrscheinlichgar nichtsoeinsambleiben werden.KlassischerAlternative-Sound mitpoetischemStorytellingund eindringlicher Stimmestatt angepasstemRadio- Popmit „Oho oho“-Refrain.„Hit“ wähltsogar einmehrminütigesInstrumental-Outro. Im Duettmit Jasmin Banu („Wieesscheint“) trifft diemelancholischeStimmungeinen Nerv. KunstvollerSinger-Songwriter-Pop,der malschwermütig undmal leichtfüßigerscheint. VÖ:30.4. cf 31

coolibri Magazine 2020/21

coolibri Magazine 2019

coolibri Magazine 2018

coolibri Magazine 2017