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April 2021 - coolibri

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SZENE Weg frei für die

SZENE Weg frei für die Kultur!? Wie kann dieRückkehr zumSpielbetriebvor Zuschauer:innen gelingen? Verbände ausKultur und Sporthaben gemeinsam mit Fachleuten ein Konzept entwickelt, das coronakonformeEvents in Locationsjeder Größe ermöglichen soll. In Düsseldorf stärktman derfreien Szenemit einem „Kultursommer“den Rücken, indem manihr öffentlichePlätzezur Verfügung stellt. BeritKriegshat nachgefragt. 16 „Wir können nichtalles absperren, bisdie letzte Person geimpftist“, sagt Dr.FlorianKainzinger. DerGesundheitsökonom istKoordinator einesPapiers, dasEnde FebruarinBerlin vorgestelltwurde:„SchrittweiseRückkehr vonZuschauernund Gästen: EinintegrierterAnsatzfür Kultur und Sport“. Der20-seitigeLeitfaden will derPolitik Wege aufzeigen,wie Veranstaltungen mitZuschauerpartizipationneu startenkönnen–sicher und verantwortbar. Denn klar ist: DenTag X, ab demalles wieder istwie zuvor, wird es nichtgeben. Um Künstler:innen wieSportler:innen,aberauch demnachEventsdürstendenPublikum eine Perspektivezugeben,hat sich einbreites Bündnis formiert:bestehend aus Kultur-und Sportverbändensowie Expert:innen aus derHygiene-, Umwelt-und Sportmedizin,Mikrobiologie, Virologieund Infektiologie,dem Crowdmanagement, denKultur- undRechtswissenschaften,der Raumlufttechnik undGesundheitsökonomie.ZweiMonate wurde einebensoambitionierteswie detailliertesKonzeptpapiererarbeitet, dasein Drei-Stufen-Modellbeschreibt, welchesverschiedeneSzenarien abbildet undjenachOrt undArt einerVeranstaltung adaptierbarist.Organisationen wieder Deutsche Kulturrat,diverse Theater, Konzerthäuser undArenensowie dieFußball-Bundesliga unterstützen denPlan. DenAutor:innen desLeitfadensgehtesinersterLineumdas Wiemöglicher Öffnungen, wenigerumdas Wann.„Das Wann isteineFrage,die die Politikgerne mituns diskutierenkann“,soFlorianKainzingerinder digitalenPressekonferenz. „Wichtiger als dasWann istdas Wie, sodass Veranstaltungsstättenverschiedener Größendamitarbeitenkönnen.“ Fürden falschen Weghälterdie Fokussierung aufInzidenzeninder Gesamtbevölkerung.

SZENE Foto: Adobe Stock Vielmehrmüsse mansichander Kapazität desGesundheitssystemsorientieren.Sei dieReduktionder Krankenhausbelastungerreicht,heißt es in demPapier, „sind Einschränkungen desöffentlichen Lebens undder Freiheitsrechtenicht mehr ohne Weiteres zu rechtfertigen“. UnterBerücksichtigungvon Hygiene-und Infektionsschutzmaßnahmen, personalisiertem Ticketing, Maskenpflicht, Sitzordnung, Abstands-und weiteren Regelungensolldas Basiskonzept (Stufe 1) eine Publikumsauslastungvon 25 bis30Prozent (indoor)bzw.35bis 40 Prozent(outdoor) ermöglichen.HöherePublikumszahlen könntenjenachLokalität über fachärztlicheHygienekonzepte erreicht werden (Stufe 2).BeideModelle unterscheiden nichtzwischen geimpftenund ungeimpftenPersonenoder jenen mitdurchlebter Covid-19-Erkrankungund somitpotenziellerImmunität. DieseFaktoren wärenjedochfür diedritteStufe,das „Maximalmodell“ relevant:Auf Basisvon Impfnachweisen oder Antigentests halten die FachleuteeineVollauslastungder Publikumszahlen für möglich. Kultur im öffentlichenRaum Auch aufkommunalerEbene suchtman nach Lösungen,den Kulturbetriebvor Publikum wiederinGangzusetzen. Vonder DüsseldorferBürgermeisterin ClaraGerlach(DieGrünen) stammtdie Idee des„Kultursommers“: DieStadt stellt öffentlicheRäumesamt coronagerechterInfrastruktur zurVerfügung, dievon freien Kulturschaffendengegenein geringesEntgelt bespieltwerdenkönnen.Das Konzeptsollden „Heimatsommer“ ergänzen, dessen zweite Auflagebereits in Planungist.„DerHeimatsommer war sehr aufdie Schausteller:innenausgerichtet“, sagt ClaraGerlach.„Jetztmöchten wirdie Kultur stärker berücksichtigen.“40.000 Euro wurden fürdas Projektbewilligt. Unterstützungder Off-Szene Im Fokussteht dabeidie Unterstützungder Off-Szene, derenAkteur:innen eine wenigerstarkeOrganisationskrafthaben als größere Player.„DieGenehmigungsverfahrensindunglaublichaufwendig.“ Mitdem Konzeptdes Kultursommers würdendie freien Künstler:innen,aberauch diezuständigenBehördenentlastet.EineWin-win-Situation füralle–nichtzuletzt für dieBevölkerung,„dieeinen Anspruch hatauf Kultur“. Mögliche Plätzewärenetwadas Theatermuseum, derStadtstrand an derTonhallenterrasse oder dieFlorabars.Auch wärendie Macher:innen desAsphalt-oderNew- Fall-Festivals bereit,ihreAufbauten länger stehen unddie freieSzene dort spielen zu lassen. „Esgibtviele Möglichkeiten“,sodie Bürgermeisterin, „dieRückmeldungensinddurchwegpositiv.“ DieGastronomie könne ebenfalls eingebundenwerden. „Die Kultur musseinen Neustart hinlegen“, sagt ClaraGerlach,„unddie Stadtkann dabeihelfen,indem sieden Künstler:innen Räume zurVerfügung stellt.“Solltesichder Kultursommeretablieren, seieineFortführung denkbar,„als Gesamtkonzept fürmehröffentlicheAuftrittsorte. Das wäre derEinstieginein neuesFormat.“ 17

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