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April 2018 - coolibri Essen

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EUROPAKOLUMNE Grugahalle

EUROPAKOLUMNE Grugahalle 1958 - 2018 60 JAHRE VIELFALT! Ein Europa zwischen Bürgern und Konzernen 14 07 | 04 | 2018 Subergs Ü-30 Party Mehr als eine Party 12 | 04 | 2018 Mario Barth „Männer sind faul, sagen die Frauen!“ 10 | 06 | 2018 Filmbörse im Foyer 23 | 06 | 2018 Michael Patrick Kelly IDTour 18 01 | 07 | 2018 Mädchen Klamotte Der Mädchen-Flohmarkt 13 | 07 | 2018 – Sommerfest 22 | 07 | 2018 an der Grugahalle 06 | 09 | 2018 Sascha Grammel „Ich find´s lustig!“ 19 | 09 | 2018 PS-Sparen Monatsauslosung der Sparkasse Essen 22 | 09 | 2018 Markus Krebs „Permanent Panne“ Ausverkauft! 31 | 10 | 2018 Oslo Gospel Choir „Messiah“ 04 | 11 | 2018 Schallplattenbörse im Foyer 11 | 11 | 2018 Subergs Ü-30 Party Mehr als eine Party 07 | 12 | 2018 Bülent Ceylan „Lassmalache“ 08 | 12 | 2018 Bounce & Orchestra The Bon Jovi Symphony 13 | 12 | 2018 257ers „Auf Basis von Live 2018“ -Tour 16 | 12 | 2018 Mädchen Klamotte Der Mädchen-Flohmarkt Terminstand: März 2018 . Änderungen vorbehalten info@grugahalle.de . www.grugahalle.de MESSE ESSEN GmbH Grugahalle / CCE Messeplatz 2 . 45131 Essen Telefon: +49.(0)201.7244.0 Telefax: +49.(0)201.7244.500 design: com.formedia . Ute Glebe . www.comformedia.de D O R T M U N D Als Mensch mit Asperger-Syndrom macht Jannis Gustke Erfahrungen mit Diskriminierung und Behindertenfeindlichkeit. Nur ein Grund, warum sich der Dortmunder Student gegen Missstände und Ausgrenzung engagiert. Gut gelaunt, locker und entspannt. So wirkt Jannis Gustke bei unserem Treffen. Er ist 1993 geboren, wohnt in Dortmund und studiert Archäologie und Medienwissenschaften an der Ruhr-Universität. Jannis ist politisch sehr aktiv. Er setzt sich auf kommunaler Ebene ein, beim Stadtjugendring, und er leistet als „Botschafter der Erinnerung“ Erinnerungsarbeit. Ostermärsche, Friedensbewegung. Nach wenigen Minuten ist klar: Jannis verbringt vermutlich mehr Zeit mit politischer Arbeit als der Durchschnittsmensch. Aber nicht nur das. Auch Naturschutz ist ein wichtiges Thema für den Dortmunder. „Mir ist es wichtig, die Umwelt zu schützen. Deswegen bin ich unter anderem stellvertretender Bundesvorsitzender der Naturfreundejugend und Leiter des Schiedsgerichtes der Young Naturefriends“, sagt Jannis. Darüber hinaus ist er im Sportverband aktiv – Klettern, Bouldern, Bergsteigen, Kanufahren. Eine ganze Menge Aktivitäten neben einem Vollzeitstudium. Europa müsse sich fragen, ob es ein „Europa der Konzerne“ oder ein „Europa der Bürger“ sein will, meint Jannis. „Das ‚Europa der Konzerne‘ spürt man in Europa selbst nicht so sehr. Man merkt es höchstens bei sowas wie der Bankenkrise, bei der Sicherheitskonferenz in München oder wenn sich die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums in Davos treffen.“ Europas Konzerne entscheiden in Afrika oft mit Aber, so Jannis, umso mehr spüre man das „Europa der Konzerne“ auf Kontinenten wie Afrika und in Ländern des globalen Südens: Etwa wenn es um das Thema Rohstoffplünderung gehe. Oder auch beim Thema Land Grabbing, also der teilweise illegitimen oder illegalen Aneignung von Land, insbesondere von Acker- und Anbauflächen. So entschieden europäische Konzerne durch ihre Investments und Abkommen oft darüber, was angepflanzt werde. Zum Beispiel Futtermittel für Europas Fleischindustrie. Es gibt allerdings auch andere Dinge, an denen Europa für Jannis spürbar wird: „Für mich gibt es drei gemeinsame Grundwerte, die die Länder Europas verbinden. Als erstes steht für mich das Recht auf Leben, das ich aktuell durch die in Belgien praktizierte aktive Sterbehilfe angegriffen sehe. An zweiter Stelle steht die Meinungsfreiheit. Die Grenze dieser Freiheit verläuft für mich dort, wo Menschen den Holocaust relativieren oder leugnen.

EUROPAKOLUMNE FINDE DEINEN MASTER! DAS STUDIENWAHLEVENT FÜR BACHELORABSOLVENTEN MASTER MESSE DÜSSELDORF |20.04. 9-16 Uhr |BOUI BOUI BILK | Suitbertusstraße 149 Jannis Gustke engagiert sich kommunalpolitisch. Foto: Chantal Stauder Und an dritter Stelle platziere ich das Verbot, andere aufgrund ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung, Hautfarbe und so weiter zu diskriminieren.“ Denkmalschutz produziert Hürden für Rollstuhlfahrer Jannis ist selbst ein Mensch mit Behinderung. Er lebt mit Asperger-Syndrom und macht auch Diskriminierungserfahrungen. Ausgrenzungen erlebt er zum Beispiel im Sprachgebrauch, bei Worten wie „Spasti“ oder „Krüppel“. „Es ist ein Problem, solche Wörter als Schimpfworte zu gebrauchen“, sagt er und berichtet von einem rassistischen Vorfall an einer Bushaltestelle in Budapest, bei dem zwei seiner Begleiterinnen diskriminiert wurden. Passanten hatten die drei gefragt, woher sie kämen und wohin sie wollten. Sie antworteten: Russland, Deutschland und Indien. Zu dem aus Deutschland kommenden Jannis gewandt, kommentierten die Passanten, auf die Nationalität der beiden Frauen anspielend, mit Untermenschen könne man nicht diskutieren. Nicht zuletzt erlebt Jannis auch schlimme Behindertenfeindlichkeit. Er berichtet von Übergriffen nachts durch Neonazis in der S1 nach Dortmund. Weiter ins Detail möchte er zum Vorfall nicht gehen. Der Dortmunder bemerkt aber auch, wenn andere von Diskriminierung betroffen sind. Rollstuhlfahrer zum Beispiel: „Es diskriminiert Rollstuhlfahrer auf struktureller Ebene, wenn Kunsthistoriker Gebäude unter höchste Denkmalschutzstufe stellen. Das bedeutet, dass keine Rampen angebaut werden dürfen.“ ONLINE-FREIKARTEN-CODE: #COOLIBRI MASTER-AND-MORE.DE FINDE DEIN STUDIUM! DAS STUDIENWAHLEVENT FÜR ABITURIENTEN +OBERSTUFENSCHÜLER BACHELOR MESSE DÜSSELDORF| 21.04. 9-16 Uhr | BOUI BOUI BILK | Suitbertusstraße 149 Chantal Stauder Was denkt der Pott über Europa? Redakteurin Chantal Stauder stellt jeden Monat jemanden aus der Region vor, der eine ganz besondere Beziehung zur EU hat. Die Europa- Kolumne ist ein einjähriges Projekt des Internationalen Bildungsund Begegnungswerks (IBB), der Auslandsgesellschaft NRW sowie der Stadt Dortmund und dem Jugendring Dortmund. ONLINE-FREIKARTEN-CODE: #COOLIBRI BACHELOR-AND-MORE.DE 15

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