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April 2016 - coolibri Düsseldorf

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Carolin Kebekus über lustige Frauen, Rita McBride über Kunst zum Anfassen, der Record Store Day im Überblick

I N T E R V I E W F e m

I N T E R V I E W F e m i n i s m u s m a l n e u d e f i n i e r e n ! Dem WDR wurde es 2013 zu viel: Kurzerhand untersagte der Sender Carolin Kebekus die Ausstrahlung eines Clips. Die Helene-Fischer-Fans dieser Welt werden wohl immer noch Kebekus-Voodoo-Puppen in der Schublade haben. Und falls sie sie loswerden wollen: Die AfD ist sicher ein dankbarer Abnehmer. Immerhin kürte Carolin Kebekus die Partei-Chefin zur Pussy des Monats. Die Kölner Comedy-Queen macht, was sie will – am liebsten laut und auf der Bühne. Der Tour-Name AlphaPussy ist bei ihr Programm. Dabei gibt es den grölenden, toughen Frauentypen schon immer, verrät sie im Interview mit Irmine Estermann. Wie war’s mit Anke Engelke in der Badewanne? Das war Hammer, das war super. Ich hatte diese Idee und habe Anke dann einfach gefragt. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass sie das auch cool finden würde und war dann ganz überrascht, dass das dann doch geklappt hat. Und es war natürlich super. Ich habe echt Stunden mit der in der Badewanne gesessen. War schön. Das war der Auftakt zur ersten PussyTerror TV-Sendung. Können Sie sich gut selbst im Fernsehen sehen? Das kann ich nicht so gut. Ich habe mich daran gewöhnt, aber es ist keine Freude. Ich muss natürlich immer gucken, damit ich mich verbessern kann, aber schön ist das nicht. Was nervt Sie denn? Mich selbst spielen zu sehen. Ich bin dann zu kleinlich und denke ,och nee, da hast du dich jetzt versprochen‘. Da bin ich vielleicht sogar ein bisschen zu streng. Sind sie eine Perfektionistin? Das nicht unbedingt. Aber es passiert schon selten, dass ich sage ‚das war jetzt perfekt‘. Ich habe immer irgendwelche Anmerkungen, aber ich bin dann nicht unzufrieden. Ich denke, dass es besser gehen würde, aber ich mache mich deswegen nicht fertig. Die nächste Folge PussyTerror TV läuft am 16. April, parallel stehen sie auf der Bühne, auch in Düsseldorf und Mülheim. Was fällt Ihnen leichter? Fernsehaufzeichnung oder Bühnenshow? Leichter würde ich gar nicht sagen. Es ist total unterschiedlich. Aber wenn ich auf Tour bin, dann ist das schon viel unmittelbarer, da hab ich direktes Feedback. Ich glaube, dass würde ich weniger gerne aufgeben. 8 TERMINE: AlphaPussy-Tour: 22.4. Mitsubishi Electric Halle, Düsseldorf 29./30.4. Stadthalle, Mülheim Nächste Pussy Terror TV-Sendung 16. April (21.45 Uhr), WDR Fernsehen Unterscheidet sich Bühnenhumor von TV-Humor? Im Stand-up nicht, würde ich sagen. Aber man kann bei einer Aufzeichnung natürlich viel mehr machen. Man kann mit Einspielern arbeiten oder etwas mit Musik machen – ich habe ja eine Liveband. Man hat Gäste dabei. Ich habe da einfach mehr Möglichkeiten, Themen zu bearbeiten. Ich würde aber sagen, dass die Themenauswahl für Live-Bühne und TV sehr ähnlich ist. Welche Themen sind das zur Zeit? Momentan ist das viel Internet und Abhängigkeit vom Netz. Alleine mein Telefon, es ist krass wie abhängig ich davon bin, ständig Netz zu haben, W-Lan zu haben. Dann ist immer noch Karneval Thema bei uns. Die Ereignisse von Silvester sind immer noch Thema in Köln. Das wird deutschlandweit diskutiert und wenn ich demnächst im Ruhrgebiet auf der Bühne darüber spreche, dann weiß auch dort jeder, was ich meine. Wie abhängig sind Sie vom Internet? Total. Das ist der Horror. Manchmal habe ich irgendwo Backstage keinen Empfang, dann weiß ich gar nichts mit mir anzufangen. Dann habe ich so ... Gedanken, das ist dann ganz neu (lacht). Sonst ist man ja ständig abgelenkt. Und dann langweilt man sich plötzlich. Früher als Kind hat man sich ja manchmal sogar Tage lang gelangweilt und heute vielleicht mal zehn Sekunden, weil man kein Netz hat. Es heißt oft, Sie verkörperten einen neuen Frauentypen. Ist der wirklich so neu oder sind Sie nur die erste, die sich traut, ihn mit auf die Bühne mitzunehmen? Ich glaube, letzteres ist es eher. Ich kenne viele Frauen, die so sind wie ich. In meinem Freundeskreis sind viele sogar krasser drauf als ich. Ich bin

„Ich finde auch Sachen scheiße, die Frauen machen.“ Carolin Kebekus: „… Dann hab’ ich wenigstens Spaß gehabt.“ Fotos(2): Axl Klein da sogar noch eher die Ängstliche. Gerade was den Geschäftsbereich angeht, habe ich sehr toughe Freundinnen. Anwältinnen und Lehrerinnen, die im Geschäftlichen viel straighter sind als ich. Ich denke auch vom Wesen ist das nichts Ungewöhnliches. Auf der Bühne vielleicht schon. Aber ich glaube, jeder der mich auf der Bühne sieht, denkt, ‚Ich kenn auch so eine‘. Sehen Sie sich als klassische Feministin? Man könnte Feminismus mal neu definieren. Es ist die Frage, ab wann darf man sich so nennen? Heißt Feminismus auch, dass man keine hohen Schuhe tragen darf, um ernst genommen zu werden? Das ist alles total überholt, finde ich. Da darf man nicht so streng sein. Feminismus bedeutet für mich einfach, dass man dafür ist, dass alle gleichbehandelt werden. Und da frage ich mich, wie kann man kein Feminist sein? Es ist ja nichts, wo man einem etwas wegnimmt. mit den Menschen im Ruhrgebiet? Das sind sehr angenehme Nachbarn. Ich bin total gerne im Ruhrgebiet und super ist auch, dass ich dann schnell nach Hause fahren kann. Ich habe bislang aber keinen Bereich in Deutschland entdeckt, in dem die Leute weniger lachen. Das ist mir tatsächlich noch nicht passiert. Was machen Sie, wenn eine Nummer auf der Bühne nicht funktioniert? Wenn ich meine, das Thema ist es wert bearbeitet zu werden, arbeite ich weiter dran. Aber wenn’s gar nicht funktioniert, dann lass ich das weg. Es gibt ganz wenige Witze, wo man denkt ,aber der gefällt mir doch so gut‘. Dann erzähl’ ich den trotzdem, nur für mich. Wenn der nur kurz ist und die Leute nur kurz nicht lachen, dann hab ich wenigstens Spaß gehabt. Gibt’s Themen, von denen Sie generell die Finger lassen? Nee. Warum funktioniert dieser neue Feminismus auf der Bühne sowohl für Männer als auch für Frauen? Das hat ja viel Lustiges. Ich verteidige Frauen jetzt nicht überall, ich finde auch viele Sachen scheiße, die Frauen machen. Und ich schließe mich da mit ein: Ich bin auch das totale Werbungs- und Online-Shopping-Opfer. Und wenn ich über so was spreche, erkennen sich die Leute darin wieder. Findet der Bayer das Gleiche lustig wie der Ruhri? Und was verbinden Sie Trotz des Zerwürfnisses mit dem WDR vor zwei Jahren? Nö, das haben wir alles geklärt. Da kennt jetzt jeder die Spielregeln. Mit wem würden Sie nicht in der Badewanne drehen? Das würde ich nur mit Anke. 9

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