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April 2016 - coolibri Düsseldorf

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K U N S T G A L E R I E

K U N S T G A L E R I E H A N S M A Y E R Katharina Sieverding, aus dem Zyklus „Norad i - VI“ Copyright: Katharina Sieverding Fotografie als Denkprozess Die Frage nach dem Ausgangspunkt einer künstlerischen Arbeit, nach dem inspirierenden Moment, ist eine oft gestellte. Im Fall von Katharina Sieverdings Zyklus „Norad I-VI“ aus dem Jahr 1980 war es ein Spiegel-Artikel, der den Anstoß gab. Der Bericht thematisierte Pannen in der US-Atomwaffenzentrale Norad. Das dazugehörige Foto zeigte den Eingang der unterirdischen Kommandozentrale im Cheyenne Mountain, Bundesstaat Colorado, in den gerade ein Jeep einfuhr. Sieverding vergrößerte das Schwarz-Weiß-Bild auf etwa 4 mal 5,40 Meter und projizierte eine Frauengestalt darauf, die sie dem Film „Orpheus“ von Jean Cocteau entliehen hatte. Zwei Farben dominieren die Arbeit: ein sattes Grün und ein kräftiges Rot. Auch die restlichen Motive des Zyklus leben von einem starken Farbkontrast. Da ist zum einen der Todeskandidat, der in der Zelle sitzt und seine Hinrichtung erwartet. Sieverding hat die Gitter violett eingefärbt, dahinter, in grün, ein junger Mann im Halbprofil, der den Blick nach innen zu 56 richten scheint. Zum anderen eine Frau am Strand, die fast komplett im Sand eingegraben ist – abgesehen von Kopf, Schulter und Busen. Über ihr hockt, in Rottönen gehalten, ein Mann. Alle drei Motive thematisieren Gewalt beziehungsweise Bedrohung, sei es nun ausgehend von einem Mann, einem Staat oder eben der Atomkraft. Obwohl die Arbeiten mittlerweile 36 Jahre auf dem Buckel haben, sind sie 2016 genauso aktuell, die Probleme unbewältigt, wie 1980. Ursprünglich hieß der Zyklus übrigens „Abblende“. Der Begriff, der eigentlich aus dem Bereich Film stammt, diente den Amerikanern als Codewort für die höchste Alarmstufe im Cheyenne Mountain. „Im übertragenen Sinne lässt sich mit Fotografie Helligkeit in ungeklärte Situationen bringen. Sie ist eine Kunst des Lichts“, hat Sieverding einmal gesagt. Den Begriff Fotokünstlerin lehnt die Düsseldorferin, die bei Beuys studiert hat, ab. Für sie ist Fotografie ein Denkprozess, Werkzeug für ihre Auseinandersetzung mit den Themen der jeweiligen Zeit. Alexandra Wehrmann Katharina Sieverding: „Norad I-VI, 1980“, bis Ende April, Galerie Hans Mayer, Grabbeplatz 2, Düsseldorf; Di–Fr 10–18, Sa 12–16 Uhr

K U N S T K I T Reise nach Japan I: Andrzej WAJDA. Zeichnungen Arbeit von Sebastian Mejia In der Fremde Fangen wir in diesem Fall mal mit dem Ausstellungstitel an. „Kumsitz“ ist hebräisch und bedeutet Lagerfeuer. Entwickelt hat es sich aus dem jiddisch-deutschen „komm, sitz“. Das Wort hat also eine Wanderschaft hinter sich. Ebenso wie die 14 Künstler, deren Werke im Rahmen der Schau ausgestellt werden. Sie stammen aus Deutschland und Israel und wurden zwischen 2012 und 2015 in das jeweils andere Land entsandt. Welchen Einfluss die Zeit in der Fremde auf Leben und somit auch Werk der Künstler hatte, können Besucher derzeit im KIT erleben. Bilder sind in der Schau ebenso vertreten wie Skulpturen und Videos. Unter den Künstlern: Alex Wissel, der in der Landeshauptstadt vor einigen Jahren als Veranstalter des „Single Club“ für viel Furore sorgte. AW Kumsitz. Die Stipendiaten der Bronner Residency, Part II: bis 1.5. KIT, Mannesmannufer 1b, Düsseldorf; Di–So & an Feiertagen, 11–18 Uhr Foto: Sabine Dusend Zum 90.Geburtstag des polnischen Filmregisseurs Bis: 06.05.2016 Galerie des Polnischen Instituts Düsseldorf Citadellstr. 7 40213 Düsseldorf www.polnisches-institut.de www.facebook.com/ PolnischesInstitutDuesseldorf G A L E R I E C O N R A D S Sven Drühl Ohne Titel (SSD), 2015 Foto: Lepkowski Sutdions Berlin, Copyright: Sven Drühl und Conrads, Düsseldorf Hirschstraße 12 · 42285 Wuppertal · 0202 47898120 www.skulpturenpark-waldfrieden.de HENRY MOORE PLASTERS 9. 4. – 9.10.2016 Video Games Die Motive sind die gleichen geblieben. Nach wie vor malt Sven Drühl bevorzugt Landschaften und Architektonisches. Früher zitierte er dabei gerne große Meister wie Caspar David Friedrich oder Zeitgenossen wie Wolfgang Tilmanns. Heute schöpft Drühl aus einer anderen Quelle. Ausgangspunkt seiner jüngsten Arbeiten sind die aufwendig programmierten Hintergründe aus Computerspielen. Die Lack-Gemälde, die Drühl auf Basis der Game-Texturen schafft, zeigen überwiegend Berg- und Astmotive. Dennoch saß der Künstler entgegen der Tradition des klassischen Landschaftsmalers nicht mit der Staffelei in gewaltiger Naturkulisse. AW Sven Drühl: „Landscape Engineer“, bis 7.5. Galerie Conrads, Lindenstr. 167, Düsseldorf; Mi–Fr 13–18, Sa 12–16 Uhr 57

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