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April 2016 - coolibri Düsseldorf

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T H E A T E R F F T J U

T H E A T E R F F T J U T A J U N G E S S C H A U S P I E L H A U S Urbane Sounds: subbotnik Foto: Annette Jonak Liesbeth Coltof Foto: Bart Grietens Auf Tonspuren Konzert, Theaterstück, Live-Hörspiel: Diese Elemente verbinden subbotnik alias Kornelius Heidebrecht, Martin Kloepfer und Oleg Zhukov in ihrem Stück „Wenn ich etwas hören will, muss ich auf’s Dach“. Grundlage sind unzählige Tonaufnahmen, die im öffentlichen Raum entstanden sind. Seit 2003 trägt Musiker und subbotnik-Mitglied Kornelius Heidebrecht stets ein Aufnahmegerät bei sich: „Zufällige Aufnahmen haben einen ganz anderen Klang, als wenn dir jemand etwas ins Mikrofon erzählt. Es hat etwas Nicht-Repetitives: Es ist nicht wiederholbar und außerdem sehr privat. Das macht es so besonders.“ Aus eben diesen privaten Gesprächen, Atmos und Stadtgeräuschen haben subbotnik ihr neuestes Stück entwickelt, das im April im FFT Juta zu sehen sein wird. Die Idee dazu entstand in Kornelius’ Wohnzimmer: „Wir haben versucht, Musik zu einer Originalspur zu machen. Das Ergebnis war direkt spannend. Deshalb haben wir gedacht, es ist interessant, das Archiv zu befragen und daraus ein Stück zu machen“, so Zhukov. Die umfangreiche Sammlung Heidebrechts ist eingeteilt in Kategorien wie Stadtverkehr, Wald, Familie und Kinder, aber auch in Stimmungslagen wie Traurigkeit oder Hysterie. Die Aufnahmen entstehen oft auf Reisen, in der U-Bahn oder im Zug. „Die meisten Tonspuren, die bisher existieren, sind Aufnahmen von Leuten, die mit anderen Leuten telefonieren“, erzählt Kloepfer. Das stehe im krassen Kontrast dazu, dass viele Menschen im öffentlichen Raum „sich immer was ins Ohr stöpseln“, um von den Disputen, Diskussionen und sonstigen Privatgesprächen nichts mitzubekommen. Für subbotnik ist das Material der Ausgangspunkt des Stücks: „Es ist so, dass wir die Aufnahmen ganz oft transkribieren und daraus einen Dialog oder einen Monolog entwickeln. Dass wir sie als Impuls nehmen, sie verfremden oder weiterdenken“, so Zhukov. Mit auf der Bühne stehen wird der Düsseldorfer Jazzmusiker Nico Brandenburg. Das deutsch-russische Trio fungiert dabei in Doppelfunktion, einmal als subbotnik – und als „subbotnik-Band“, wie die Drei lachend berichten. Das konzertante Vergnügen dürfte sich vielseitig gestalten, glaubt man Heidebrecht: „Ich bringe mein ganzes Instrumentarium von zu Hause mit. Was total super ist, weil ich dann endlich mal putzen kann.“ Nadine Beneke „Wenn ich etwas hören will, muss ich auf’s Dach“: 23. (Premiere), 27.+28.4., 20 Uhr, FFT Juta, Düsseldorf; fft-duesseldorf.de 50 „Nicht länger zuschauen“ Die preisgekrönte niederländische Regisseurin Liesbeth Coltof, die seit über 15 Jahren Jugend-Theaterprojekte im Nahen Osten realisiert, inszeniert im Jungen Schauspielhaus Mike Kennys „Der Junge mit dem Koffer“. Es geht um eine Flüchtlingsgeschichte, wie sie sich derzeit in Syrien und Afrika tagtäglich hundertfach vollzieht. Frau Colthof, wie würden Sie die Handlung des Stücks zusammenfassen? Es geht um Naz, einen Jungen aus einem Kriegsgebiet, der von seinen Eltern alleine auf eine gefährliche Reise nach Deutschland geschickt wird, in der Hoffnung, dass dort ein besseres Leben auf ihn wartet. Naz reist über die Berge und das Meer, schließt Freundschaft mit einem Mädchen, das er unterwegs kennenlernt, und arbeitet in einer Schneiderei. Das Geld für seine Flucht muss er selbst verdienen. Inwiefern haben Sie die aktuelle Flüchtlingssituation mit einbezogen? Das Publikum sitzt nicht wie sonst im Zuschauerraum, sondern auf der Bühne. Und zwar auf Koffern. Der Raum wird umstellt sein von Zäunen, sodass die Situation einem Flüchtlingslager ähnelt. Die Zuschauer sind also mitten im Geschehen, die Schauspieler spielen direkt zwischen und neben ihnen. Ich möchte damit zeigen, dass die Flüchtlinge wirklich unter uns angekommen sind und dass wir uns irgendwie dazu verhalten müssen, reagieren müssen. Wir können nicht länger auf Abstand bleiben und passiv zuschauen, als ginge uns das Ganze nichts an. Was fasziniert Sie an dem Stück besonders? Worauf liegt Ihr Fokus? Mich fasziniert vor allem Naz’ Mut. Dass er es immer wieder schafft, seine Ängste zu überwinden und weiter zu machen. Außerdem möchte ich zeigen, wie sehr der Traum von einem besseren Leben und die Realität oft aufeinanderprallen und wie skrupellos die Kinder unterwegs ausgenutzt werden. Stichwort: Schattenindustrie rund um die Flüchtlingskrise. Klingt nach schwerer Kost. Wie bekommt man die kindgerecht auf die Bühne? Stimmt, es ist eine ernste, traurige Geschichte. Aber auch ein großes, überaus spannendes Abenteuer, in dem es um Mut und Freundschaft geht. Ich verspreche: Es gibt auch viel zu lachen und ganz viel Raum für Leichtigkeit! Susanne Ruprecht 7.+8.4., 28.–30.4. Junges Schauspielhaus, Düsseldorf

T H E A T E R T H E A T E R A M E N G E L S G A R T E N Auf den Müßiggang! Das könnte heute noch mit der Post passieren – wahrscheinlicher wären aber technische Probleme. Dem Schriftsteller Georg Büchner jedenfalls widerfuhr es, dass er 1836 den Einsendeschluss für eine Literaturausschreibung verpasste und sein Werk ungelesen zurückbekam. Der Inhalt: Nicht weniger als die Komödie „Leonce und Lena“ – eines der bekanntesten Werke des Autors, der 1837 mit gerade mal 23 Jahren verstarb. Erst 60 Jahre später kam das Stück zur Uraufführung; bis heute ist es gerne genommener Stoff an den Theatern. In Wuppertal wird die Geschichte um den lebensmüden Prinz Leonce vom Königreich Popo und der sich auf der Flucht befindenden Prinzessin Lena von „Glanzstoff, die Akademie der inklusiven Künste“, auf die Bühne gebracht. „Georg Büchner behandelt in seiner Komödie in leichter Manier Themen, die uns auch heute nicht fremd sind“, so Glanzstoff e.V. „In einer Welt, in der wir optimiert funktionieren sollen, haben wir verlernt, Langeweile aufkommen zu lassen, erlauben uns nicht, unseren Müßiggang auszuleben. Leonce und Lena kämpfen für ihr Nichtstun als letzte Bastion ihrer persönlichen Freiheit.“ Regisseur Markus Höller betont, dass zum ersten Mal in der neunjährigen Zusammenarbeit mit seinem Leonce und Lena Ensemble Texte eines klassischen Stückes auswendig gelernt worden sind. „Normalerweise arbeiten wir mit viel Improvisation. Bei ‚Leonce und Lena‘ haben wir beides: Originaltexte und Impro-Teile.“ Nach den Sommerferien 2015 hat das Team mit den Proben begonnen; seitdem wird jeden Mittwoch geprobt, plus ein Wochenende im Monat. „Es ist ja eine ziemliche Textmenge, die erlernt werden muss. Das braucht mehr Probenzeit und auch mehr Regie.“ Der seit Sommer 2014 aktive Verein arbeitet erneut ganz eng mit den Wuppertaler Bühnen zusammen, sodass „Leonce und Lena“ im Theater am Engelsgarten aufgeführt wird. „Das ist eine gute Kooperation“, bestätigt Markus Höller. „Und erfreulicherweise bekommen wir für unsere Arbeit sehr viel Zuspruch.“ Das inklusive Ensemble von Glanzstoff bringt mit „Leonce und Lena“ seine neunte Produktion auf die Bühne. Das Ensemble besteht aus 17 Schauspielern mit und ohne Behinderung. JD „Leonce und Lena“: 7.4. (19.30 Uhr/Premiere), 9.4. (19.30 Uhr), 10.4. (16 Uhr) Theater am Engelsgarten, Wuppertal Foto: Uwe Schinkel 29.04.2016 ERÖFFNUNGSKONZERT DER WALDER THEATERTAGE Evangelische Kirche Solingen Wald BEGINN: 20 UHRIEINLASS: 19.30 UHRIVVK 21€/15€IAK 25€/17€ SOLINGER THEATERTAGE KULTURREIHE WALDER Michael WOLLNY Heinz SAUER „Ein Gigant.“ FAZ „Faszinierend, wie Sauer immer wieder neue Klangfarben findet.“ Der Spiegel „Eine aufregende Hörerfahrung. Ein großartiges Dokument der Duo-Kunst und ein eben - solches Zeugnis von Heinz Sauer als einem absoluten Saxofon-Titan.“ Rondo „Jazz mit Glücksmomenten! Audio „Traumpaar des aktuellen deutschen Jazz.“ FonoForum VORVERKAUF: MediothekderFALS I karten@fals-solingen.de I Bücherwald Solingen I Solinger Tageblatt I www.solingen-live.de 51

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